Investmentweek

Trumps Nahost-Deal – Frieden oder politisches Kalkül?

09. Oktober 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Trumps Nahost-Deal – Frieden oder politisches Kalkül?
Foto: InvestmentWeek
In Gaza herrscht vorsichtige Erleichterung: Der Deal verspricht humanitäre Hilfe und Gefangenenaustausch – doch die Zerstörung und das Misstrauen bleiben.
Donald Trump hat einen Deal zwischen Israel und Hamas vermittelt, der Geiseln freilassen und Waffenruhe bringen soll. Doch ungeklärte Punkte wie der künftige Status Gazas werfen Zweifel auf den dauerhaften Frieden auf.

Ein Deal, der Geschichte schreiben soll

Es war kurz nach 17 Uhr in Washington, als Donald Trump die Nachricht bekam, auf die er wohl seit Monaten hinarbeitete. Während einer Rede beugte sich sein Sicherheitsberater Marco Rubio zu ihm und flüsterte, dass es eine Einigung zwischen Israel und der Hamas gebe. Minuten später veröffentlichte Trump die Botschaft auf Truth Social:

„Hamas und Israel haben sich geeinigt.“

Damit beginnt die erste Phase von Trumps neuem Friedensplan – ein Projekt, das Kritiker schon jetzt als riskanter bezeichnen als jedes andere in der jüngeren Nahost-Geschichte. Nach fast zwei Jahren seit dem Angriff der Hamas auf Israel sollen nun alle Geiseln freikommen. Doch wie stabil der Deal wirklich ist, bleibt offen.

Was vereinbart wurde

Laut Trump haben sich beide Seiten – vermittelt durch Katar, Ägypten und die Türkei – auf eine erste Umsetzung geeinigt. Die Hamas soll sämtliche Geiseln freilassen, Israel im Gegenzug seine Truppen auf eine „vereinbarte Linie“ zurückziehen. Zudem sollen rund 1.900 palästinensische Häftlinge freikommen, darunter 250, die wegen Terroranschlägen verurteilt wurden.

Humanitäre Hilfe soll wieder in den Gaza-Streifen gelangen. Israels Premier Benjamin Netanjahu sprach von einem „großen Tag für Israel“ und dankte Trump für seine Rolle. Hamas wiederum warnte, man werde Israel „nicht gestatten, sich den Verpflichtungen zu entziehen“.

Der offizielle Vertrag soll in Ägypten unterzeichnet werden – ein symbolträchtiger Ort, an dem schon frühere Friedensverhandlungen stattfanden.

Alte Gegner, neue Unsicherheiten

Der Deal bringt Bewegung in einen Konflikt, der seit Jahrzehnten festgefahren ist. Doch viele Punkte sind ungeklärt. Wann genau die Geiseln freikommen, ob in Etappen oder auf einmal, ist ebenso offen wie die Frage, wer in Gaza künftig das Sagen haben soll.

Trumps Plan sieht vor, dass dTrumps Friedensplan sieht eine internationale Schutztruppe und den Wiederaufbau Gazas vor – Kritiker warnen, das Abkommen könne ohne stabile Umsetzung schnell in Chaos enden.ie Hamas entwaffnet wird – und im Gegenzug Amnestie erhält. Ein Vorschlag, der in Israel auf heftigen Widerstand stößt. „Wer Terroristen Amnestie gewährt, schafft keinen Frieden, sondern neue Gewalt“, kritisierte Oppositionsführer Yair Lapid.

Auch über den Rückzugsbereich der israelischen Armee herrscht Unklarheit. Der Plan beruht auf gegenseitigem Vertrauen – und genau das ist im Nahen Osten Mangelware.

Phase zwei: Ein Friedensrat unter US-Regie

Die zweite Phase des Plans soll weit mehr verändern. Trump will einen internationalen „Friedensrat“ gründen, den er selbst leiten will – gemeinsam mit dem früheren britischen Premier Tony Blair und Vertretern muslimischer Staaten wie Indonesien oder Pakistan.

Diese Koalition soll den Wiederaufbau Gazas organisieren und eine Schutztruppe stellen. Im besten Fall entsteht daraus ein Weg zu palästinensischer Selbstverwaltung – oder sogar Staatlichkeit. Doch die Realität dürfte komplizierter werden: Gaza ist zerstört, die Bevölkerung traumatisiert, das Vertrauen auf beiden Seiten zerbrochen.

Machtpolitik statt Diplomatie

Wie Trump die Einigung durchsetzte, ist typisch für seinen Stil. Laut Verhandlungskreisen soll er Netanjahu in einem Telefonat unmissverständlich gedroht haben: Akzeptiere den Plan – oder verliere die Unterstützung der USA.

Diese Härte zeigte Wirkung. Auch die arabischen Vermittlerstaaten, allen voran Katar, drängten die Hamas zur Zustimmung. Washington nutzte den Moment, um Druck und Diplomatie zu verbinden – ein riskantes Spiel, das diesmal aufzugehen scheint.

Doch es bleibt ein Deal zwischen Misstrauen und Zwang. Eine dauerhafte Lösung kann daraus nur entstehen, wenn beide Seiten das Abkommen tatsächlich umsetzen.

Eine andere Welt – oder dieselbe mit neuem Anstrich?

Trump selbst gab sich gewohnt selbstbewusst. „Es wird eine andere Welt sein“, sagte er im Interview mit Fox News. Doch wie „anders“ sie wirklich wird, hängt davon ab, ob die Vereinbarungen halten – oder ob alte Feindschaften wieder aufbrechen.

Noch nie war die Chance auf einen Waffenstillstand so greifbar. Noch nie war die Gefahr eines Rückfalls so groß. Trump hat geschafft, was niemandem vor ihm gelang: Israel und die Hamas an einen Tisch zu bringen. Ob daraus echter Frieden wächst oder nur ein Moment der Ruhe – das entscheidet sich jetzt, in Gaza.

Finanzen / Global / Nahost / Trump / Israel-Hamas
[InvestmentWeek] · 09.10.2025 · 14:00 Uhr
[0 Kommentare]
Kahlschlag-Plan für Deutschland: Wirtschaftsweiser fordert radikalen Stopp für Staatsdiener
Die fetten Jahre sind vorbei, und die Quittung für die Versäumnisse der Politik fällt so drastisch aus wie selten zuvor. In einer Phase, in der die deutsche Wirtschaft kaum noch Lebenszeichen von sich gibt, blasen führende Ökonomen zum Frontalangriff auf den Apparat. Was Ifo-Präsident Clemens Fuest vorschlägt, gleicht einer Schocktherapie für den […] (00)
vor 1 Stunde
US-Generalstabschef Caine
Washington (dpa) - US-Generalstabschef Dan Caine hat Präsident Donald Trump und dessen Team Medienberichten zufolge vor Risiken eines Militäreinsatzes im Iran gewarnt. Demnach sieht er insbesondere die Gefahr, in einen langwierigen Konflikt verwickelt zu werden und nicht genügend Unterstützung von Verbündeten zu bekommen. Auf entsprechende Berichte von […] (00)
vor 15 Minuten
Radiohead scheinen neue Projekte in Arbeit zu haben.
(BANG) - Radiohead scheinen neue Projekte in Arbeit zu haben. Fans sind in Aufruhr, nachdem alle fünf Mitglieder der legendären Band offiziell als Direktoren eines neu gegründeten Unternehmens aufgeführt wurden, das den vielsagenden Namen 'Futile Endeavours Limited' trägt. Wie aus Einträgen im britischen Handelsregister hervorgeht, wurden Thom Yorke, […] (00)
vor 15 Stunden
Sodastream – ENSO und Fizz&go überzeugen durch Qualität und Innovation
Der ikonische Premiumwassersprudler Sodastream ENSO und die stylish-praktische Metallsprudlerflasche Sodastream Fizz&go überzeugen auf ganzer Linie – das ist das Ergebnis des diesjährigen Kitchen Innovation Awards. Beide Produkte wurden jetzt mit dem begehrten Konsumentenpreis ausgezeichnet. Der Wassersprudler Sodastream ENSO erhielt zusätzlich den […] (00)
vor 1 Stunde
„Alles ist eine Xbox“ kam intern schlecht an – Bericht belastet Ex-Führung
Bei Microsoft weht ein neuer Wind. Nach dem überraschenden Abgang von Phil Spencer und dem Rücktritt von Sarah Bond steht die Xbox-Sparte vor einem Neustart. Doch ein aktueller Bericht von „The Verge“ sorgt nun für zusätzliche Brisanz. Demnach war die viel diskutierte Strategie „Everything is an Xbox“ intern deutlich umstrittener, als viele gedacht […] (00)
vor 9 Stunden
Hulu bestellt «The X-Files»-Pilot von Ryan Coogler
Die Wahrheit ist wieder da draußen: Reboot mit Danielle Deadwyler in Planung. Hulu hat offiziell einen Pilotfilm für eine Neuauflage von The X-Files bestellt. Hinter dem Projekt steht Regisseur und Produzent Ryan Coogler mit seiner Produktionsfirma Proximity Media. Die Hauptrolle übernimmt Danielle Deadwyler. Mit der Pilotbestellung nimmt das lange diskutierte Reboot der Kultserie konkrete […] (00)
vor 1 Stunde
dpa Chefredaktionskonferenz
Berlin (dpa) - Für Rudi Völler ist die schwelende Debatte um einen Boykott der Fußball-WM in den USA «sinnlos». Bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds zu dem Thema: «Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten.» Völler verwies auf seine Erfahrungen als […] (02)
vor 13 Stunden
Cyber Resilience Act – neue Herausforderungen in der Entwicklung vernetzter Produkte
Lübeck, 24.02.2026 (PresseBox) - Mit den neuen Regulierungen macht die EU beim Thema Cybersicherheit Ernst – Anforderungen sind jetzt klarer strukturiert, auf mehr Bereiche ausgeweitet und Sanktionen verschärft. So soll der Binnenmarkt insgesamt resilienter werden und zukünftig handlungsfähig bleiben. Der CRA gilt für alle verkauften Produkte mit […] (00)
vor 1 Stunde
 
Abzocke über den Wolken: Air France-KLM pulverisiert Rekorde mit Ticket-Preishammer
Der Luftraum über dem Atlantik ist zur Goldgrube für Air France-KLM geworden. Trotz […] (00)
btc, bitcoin, cryptocurrency, currency, crypto, gold, digital, blockchain, cryptography, 3d
Der Kurs von XRP kämpft derzeit darum, das Niveau von $1,40 zu halten, da anhaltender […] (00)
Commerzbank-Beben: Erst Kurs-Rausch, jetzt der bittere Absturz am Abgrund?
Noch vor wenigen Monaten feierten Anleger das Frankfurter Institut als den großen […] (01)
Ukraine-Krieg - Slowjansk
Berlin/Kiew (dpa) - In den vier Jahren des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine […] (01)
NACON Connect – Spielankündigungen, Ausstrahlung neuer Videos, Gameplay-Präsentationen und mehr
NACON  kündigt heute seine jährliche Online-Konferenz  NACON Connect  an, die am  […] (00)
Daniel Radcliffe hatte als Harry Potter seinen Durchbruch.
(BANG) - Daniel Radcliffe empfindet es als "surreal", die neuen Kinderdarsteller zu […] (01)
CNN startet Doku-Reihe «Standoff: The FBI, Power and Paranoia»
Die vierteilige Serie beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis zwischen FBI-Direktoren und US- […] (00)
Kahlschlag bei der Bahn: 6.200 Kündigungen – Sonst droht die totale Zerschlagung
Die radikalen Sparpläne vernichten fast die Hälfte aller Vollzeitstellen DB Cargo […] (00)
 
 
Suchbegriff