Trumps Möbelzölle: Gewinner und Verlierer der Branche
Die kürzlich von Präsident Donald Trump angekündigten Importzölle auf Möbel sorgten für Turbulenzen bei den Aktien von Möbelherstellern und -händlern. Die Einführung dieser Zölle begünstigte Hersteller mit einer ausgedehnten Produktionsbasis in den USA, während sie gleichzeitig die Aktien von hochwertigen Einzelhändlern wie RH und Williams-Sonoma belasteten. Ab dem 1. Oktober plant die USA, einen Zoll von 50 % auf Küchenschränke, Badezimmerschränke und ähnliche Produkte sowie 30 % auf gepolsterte Möbel zu erheben. Trump begründete diesen Schritt auf Truth Social mit dem großen Zustrom dieser Produkte, der die heimische Produktion beeinträchtige und damit eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle.
Im Jahr 2024 importierten die USA Möbel und Einrichtungsgegenstände im Wert von 44,4 Milliarden USD. Darunter befanden sich gepolsterte Haushaltsmöbel im Wert von 6,4 Milliarden USD und mindestens 8,2 Milliarden USD an Holzschränken, Arbeitsplatten und Möbeln. Die Reaktion auf Fragen zur Anwendung der Zölle bezüglich des United States-Mexico-Canada-Trade-Abkommens stand von Seiten des Weißen Hauses bei Redaktionsschluss noch aus.
Wirtschaftsexperten sind sich weitgehend einig, dass ein Teil der Zölle an die Verbraucher weitergegeben wird. Während Zölle auf Aluminium und Stahl Unternehmen wie MasterBrand und MillerKnoll belasten könnten, könnten Importzölle auf Möbel die Nachfrage nach deren in den USA hergestellten Produkten erhöhen.
Unter den Unternehmen, die von den Zöllen profitieren könnten, befindet sich der Schrankhersteller MasterBrand. Dessen Aktienkurs stieg kürzlich um fast 6 %. MasterBrand betreibt 15 Produktionsanlagen in den USA, vier in Mexiko und eine in Kanada. Andrea Simon, CFO des Unternehmens, äußerte Bedenken über die potenziellen Kostensteigerungen durch die Zölle.
Auch die Aktien von MillerKnoll, einem Möbelhersteller aus Michigan, verzeichneten einen Anstieg um 3 %. Das Unternehmen hat sich bereits mit Preissteigerungen und Zuschlägen auf die neuen Zölle vorbereitet.
Dem gegenüber belasteten die Zölle die Aktien von RH und Williams-Sonoma, die um etwa 3 % bzw. weniger als 1 % nachgaben. Beide Unternehmen produzieren einen Teil ihrer Polstermöbel in den USA und planen, den Anteil weiter zu erhöhen. Zusätzliche Zölle könnten kleinere Unternehmen mehr beeinträchtigen als die großen Akteure, bemerkten die CEOs dieser Konzerne.

