Trumps Interventionen gefährden Unabhängigkeit der US-Geldpolitik
Die jüngsten Versuche von US-Präsident Donald Trump, Einfluss auf die Federal Reserve zu nehmen, werfen Fragen zur Unabhängigkeit der US-Geldpolitik auf und schmälern zudem die Attraktivität des US-Dollars als sicherer Hafen, wie Tiff Macklem, der Gouverneur der Bank of Canada, mitteilte.
Erstmals äußerte sich Macklem zu Trumps Bemühungen, die Federal Reserve zu beeinflussen. In den vergangenen Monaten habe Trump seine Forderungen nach Zinssenkungen verstärkt, versucht einen der Gouverneure zu entfernen und mehrfach auf dem Rücktritt des Vorsitzenden Jerome Powell bestanden.
Die global wachsende Unsicherheit, teilweise ausgelöst durch Strafzölle, unterstreiche laut Macklem die Notwendigkeit für Kanada, die Produktivität zu steigern und neue Auslandsmärkte zu erschließen. Macklem hinterfragte, ob die Dominanz der USA in den weltweiten Finanzflüssen abnehmen könnte, da die Vereinigten Staaten sich von Handel zurückziehen und große Haushaltsdefizite aufweisen.
Der US-Dollar, so Macklem, habe seit der Einführung von Trumps globalen Strafzöllen im April fast 10 Prozent an Attraktivität eingebüßt. Dies stelle die Rolle der Währung als sicherer Hafen in Frage. Trotz dieser Entwicklungen bleibt der US-Dollar vorerst dominant, doch Macklem betonte die Notwendigkeit Kanadas, angesichts der neuen Handelslage mit den USA neue Wege zu beschreiten.
Er kritisierte Kanadas anhaltend schwache Produktivität, die zur Inflation beitragen würde. Kanadische Unternehmen sowie politische und wirtschaftliche Führungspersönlichkeiten müssten nun handeln: „Wir hätten diese Änderungen vor 15 Jahren vornehmen sollen. Aber der nächstbeste Zeitpunkt ist jetzt.“
Trotz erhöhter Handelsspannungen mit den USA, die die kanadische Wirtschaft beeinträchtigen könnten, könne die Geldpolitik diese Auswirkungen nicht abmildern. Nur positive strukturelle Reformen könnten dies kompensieren.

