Migrationspolitik

Trumps erste Abschiebungen und das Spiel mit der Angst

24. Januar 2025, 22:19 Uhr · Quelle: dpa
Donald Trump hat gewaltige «Massenabschiebungen» von Migranten angekündigt. Es laufen Einsätze und es gibt erste Abschiebeflüge mit Militärmaschinen. Doch große Razzien bleiben bislang aus.

Washington (dpa) - Die neue US-Regierung von Präsident Donald Trump treibt die Festnahme und Abschiebung von Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis voran. Die zuständige Polizei- und Einwanderungsbehörde ICE meldete, allein am Donnerstag seien innerhalb eines Tages 538 Menschen festgenommen worden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, schrieb auf der Plattform X, die Trump-Regierung habe außerdem bereits «Hunderte illegale Einwanderer mit Militärflugzeugen» abgeschoben. 

Bislang bleiben die Aktionen hinter dem zurück, was Trump und seine Leute markig als nie dagewesenes Abschiebeprogramm angekündigt hatten. Neu ist allerdings, dass Trump das Militär für Abschiebeflüge einspannt. Und eines ist ihm bereits gelungen: Unter Einwanderern geht große Angst um, dass sie das Land verlassen müssen.

Eher durchschnittliche Zahlen

Trump sagte zu den Festnahmen und ersten Abschiebeflügen seiner Amtszeit: «Wir holen die bösen, harten Kriminellen raus. Das sind Mörder. Das sind Leute, die so schlimm sind, wie man nur sein kann (...). Die holen wir zuerst raus.» 

Der Republikaner hatte im Wahlkampf fast täglich in Aussicht gestellt, er werde «das größte Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte» starten, und zwar am ersten Tag im Amt. Seine Sprecherin Leavitt schrieb nun: «Die größte Massenabschiebeaktion der Geschichte ist in vollem Gange.» 

Die Zahlen liegen bislang allerdings nicht bedeutend über jenen der jüngeren Vergangenheit: Die Behörde ICE hatte für das Haushaltsjahr 2023 - also noch unter dem damaligen demokratischen Präsidenten Joe Biden - mehr als 170.000 Festnahmen gemeldet, im Schnitt rund 467 pro Tag. 

Im Haushaltsjahr 2024 waren es zwar weniger: mehr als 113.000 Festnahmen, und damit durchschnittlich 311 am Tag. Offiziellen Angaben zufolge startete aber auch Trumps Team in dieser Größenordnung. 

Nach Angaben jenes Mannes, den Trump für die Oberaufsicht für die geplanten «Massenabschiebungen» eingesetzt hat, Tom Homan, gab es am Tag nach Trumps Vereidigung 308 Festnahmen von Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis. Dabei hatte Homan vor Trumps Amtsantritt großspurig versprochen, in den ersten Tagen der Trump-Präsidentschaft seien Aktionen zu erwarten, die «Schock und Ehrfurcht» hervorrufen würden.

Bilder von Männern mit Ketten an Händen und Füßen

US-Medien hatten vor Trumps Amtsantritt berichtet, kurz nach seiner Vereidigung seien erste große Razzien in verschiedenen Städten geplant. Der Name für die Aktion laute «Operation Safeguard» (Operation Schutzmaßnahme) und solle eine Woche dauern, hieß es. Erwartet worden war, dass Trump öffentlichkeitswirksam große Einsätze dieser Art anweisen würden, um ein Zeichen zu setzen - auch in Richtung seiner Basis. In den vergangenen Tagen hielt sich Trumps Regierung mit Informationen zu den Festnahme- und Abschiebeaktionen jedoch auffallend zurück, und die Lage ist unübersichtlich. 

Bekannt wurden bislang nur kleinere Festnahme-Aktionen, die allerdings zum Alltag gehören. Unter anderem zeigte der Trump-nahe Sender Fox News Bilder einer Razzia in der Stadt Boston, bei der mehrere kriminelle Migranten festgenommen worden seien. Auch dies gehört zur Routine der Strafverfolgungsbehörden.

Neu ist dagegen, dass Militärmaschinen für Abschiebeflüge eingesetzt werden. Trumps Sprecherin Leavitt verbreitete zur Verkündung der Abschiebeflüge zwei Bilder, die zeigen, wie eine Reihe von Männern mit Ketten an Händen und Füßen auf eine Militärmaschine zulaufen. Dazu schrieb sie: «Präsident Trump sendet eine starke und klare Botschaft an die ganze Welt: Wer illegal in die Vereinigten Staaten von Amerika einreist, muss mit schweren Konsequenzen rechnen.»

Trump spannt diverse Ministerien und Behörden ein

Der neue Präsident hat verschiedene Ministerien angewiesen, seine Abschiebepläne in vollem Umfang zu unterstützen und dafür unter anderem Personal und Ausrüstung bereitzustellen. So sollen zum Beispiel Hunderte zusätzliche US-Soldaten die Grenzschützer an der Grenze zu Mexiko unterstützen. Das Außenministerium soll dafür sorgen, dass Rückführungen in Herkunftsländer möglich sind. Und Strafverfolgungsbehörden, die eigentlich gar nicht für die Durchsetzung von Zuwanderungsgesetzen zuständig sind, sollen ab sofort auch gegen illegale Einwanderer vorgehen können. 

Trumps Heimatschutzberater Stephen Miller, der als Architekt der restriktiven Einwanderungspolitik gilt, sprach von einer «umfassenden, koordinierten behördenübergreifenden Operation, um das Heimatland zu verteidigen und die Invasion abzuwehren». «Wir werden die gesamte Regierungsmaschinerie einsetzen, um die Kartelle zu stoppen, um die Schleuser zu stoppen, um die Menschenschmuggler davon abzuhalten, Jagd auf unsere Bürger zu machen und unser Land auszubeuten.», sagte Miller bei Fox News.

Trump erlaubte es der Behörde ICE außerdem wieder, Migranten ohne gültige Papiere auch an sensiblen Orten wie Kirchen, Schulen oder in Krankenhäusern festzunehmen – eine Abkehr von den Schutzregelungen, die unter seinem demokratischen Vorgänger Biden galten. All die Vorkehrungen und Ankündigungen haben in Gemeinden mit einem hohen Anteil an Migranten große Verunsicherung und Furcht ausgelöst. Das dürfte Teil des Plans sein.

Regierung / Migration / USA
24.01.2025 · 22:19 Uhr
[26 Kommentare]
Nahostkonflikt - Libanon
Tel Aviv/Beirut (dpa) - Im Libanon werden dieser Tage Erinnerungen an alte traumatische Erlebnisse wach. Die andauernden israelischen Angriffe in weiten Teilen des Landes, die Hunderttausenden Vertriebenen, die Kampfbereitschaft der Hisbollah, die massive Zerstörung: Wieder einmal ist das Land in einem absoluten Kriegszustand. Mit jedem Tag spitzt sich […] (00)
vor 23 Minuten
Chip Taylor
(BANG) - Der gefeierte Songwriter Chip Taylor ist im Alter von 89 Jahren verstorben – nur zwei Tage nach seinem Geburtstag. Der Musikstar – zu dessen Werk der prägende Hit 'Wild Thing' gehört, bekannt geworden durch The Troggs – starb am Montag (23. März). Die Nachricht wurde von seinem langjährigen Freund Billy Vera geteilt, der auf Instagram eine […] (00)
vor 11 Stunden
Apps - Smartphone
Brüssel (dpa) - Im Streit über das richtige Vorgehen im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch im Internet hat die EU-Kommission kurz vor einer entscheidenden Abstimmung im Europaparlament einen eindringlichen Appell an die Abgeordneten gerichtet. Mit einem Schreiben fordern gleich vier EU-Kommissare die Parlamentarier auf, eine Verlängerung der derzeit gültigen Regeln […] (00)
vor 2 Stunden
MotoGP 26  bringt neues Gameplay Video
Milestone und MotoGP Sports Entertainment GroupDorna Sports S.L. präsentieren mit einem neuen Video erste Einblicke in das Gameplay von  MotoGP26 . Das Spiel erscheint am 29. April 2026 für PlayStation5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch2, Nintendo Switch, ROG Xbox Ally, ROG Xbox Ally X sowie für PC über Steam, Microsoft und im Epic Games Store. Der […] (00)
vor 9 Stunden
Netflix plant «30 über Nacht»-Reboot mit neuer Besetzung
Der Romcom-Klassiker kehrt zurück. Original-Star Jennifer Garner bleibt als Produzentin an Bord. Netflix setzt auf Nostalgie und bringt die beliebte Romcom 13 Going on 30 zurück. Der Streamingdienst arbeitet an einer Neuverfilmung des Kultfilms aus dem Jahr 2004, die mit Emily Bader und Logan Lerman prominent besetzt wird. Eine zentrale Konstante bleibt jedoch erhalten: Jennifer Garner, die im […] (00)
vor 5 Stunden
Kai Havertz und Antonio Rüdiger
Herzogenaurach (dpa) - Noch bevor Kai Havertz auf dem DFB-Podium warmherzig über seine ziemlich ungewöhnliche Esel-Liebe sprach, plauderte er angeregt mit seinem Kollegen Antonio Rüdiger. Die heimische Tierwelt dürfte dabei kaum das Thema gewesen sein. Die beiden so grundverschiedenen Stellvertreter von DFB-Kapitän Joshua Kimmich radelten vor dem […] (01)
vor 13 Stunden
btc, bitcoin, cryptocurrency, currency, crypto, gold, digital, blockchain, cryptography, 3d
Die Aktien von Circle erlitten am Dienstag einen Rückgang von fast 20%, nachdem US-Gesetzgeber den Clarity Act vorangetrieben hatten. Dieser Rückgang wird mit dem Entwurf des Clarity Act in Verbindung gebracht, der darauf hindeutet, dass die Zinsen auf Krypto-Stablecoin-Bestände eingeschränkt werden könnten. Ein grundlegendes Missverständnis im Krypto- […] (00)
vor 1 Stunde
Chaos für Ford-Kunden: Fünf KBA-Rückrufe und Mini-Kulanz setzen Ford-Kuga-Fahrer unter Druck
Lahr, 25.03.2026 (lifePR) - Beim Ford Kuga hat sich das Rückruf-Chaos wegen Brandgefahr und weiterer sicherheitsrelevanter Mängel weiter zugespitzt. Nach Einträgen in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts und nach der Kanzlei vorliegenden Ford-Schreiben an betroffene Halter reicht die Problemlage inzwischen von Brandgefahr durch die Hochvoltbatterie über Kraftstofflecks bis hin zu […] (00)
vor 11 Stunden
 
Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida
Washington (dpa) - Bei einer Abstimmung zum Parlament des Bundesstaats Florida hat […] (03)
Rheinmetall (Archiv)
Berlin - Nach der Festnahme mutmaßlicher russischer Agenten vom Dienstag warnen […] (00)
Autoproduktion (Archiv)
München - Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich zuletzt merklich […] (00)
Wal an der Ostseeküste gestrandet
Timmendorfer Strand (dpa) - Es könnte der letzte Versuch sein, den vor Timmendorfer […] (00)
Landwirtschafts-Simulator 25 – Vredo Pack bringt euch neue Technologien
Publisher und Entwickler GIANTS Software erweitert das Angebot virtueller Landtechnik […] (00)
cryptocurrency, business, finance, money, wealth, gold, cash, monetary, investment, ethereum
Die globale Krypto-Handelsplattform BYDFi tritt als Sponsor der Next Block Expo 2026 […] (00)
Stefan Horngacher
Planica (dpa) - Ob auf dem Rad oder in Wanderschuhen: Stefan Horngacher wird man im […] (01)
Kristin Cavallari hat verheiratete Männer als 'Abschaum' bezeichnet.
(BANG) - Kristin Cavallari hat verheiratete Männer, die ihre Instagram-Beiträge […] (00)
 
 
Suchbegriff