Krieg in Nahost

Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe im Libanon

24. April 2026, 00:57 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - Libanon
Foto: Hussein Malla/AP/dpa
Trump verkündet eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild)
Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel erneut eskaliert. Die aktuelle Waffenruhe ist zwar brüchig, soll aber nun um drei Wochen verlängert werden.

Beirut/Tel Aviv/Washington (dpa) - Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen.

Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Sie hatte nach Verkündung der ersten Waffenruhe offen gelassen, ob sie sich daran halten werde.

Trump kündigt Treffen mit Netanjahu und Aoun an

«Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen», sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. «Das ist ein Muss», sagte Trump. 

Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen.

Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus bezeichnete Trump als historisch. Seinen Angaben zufolge hatten neben Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auch die US-Botschafter in Israel und im Libanon sowie ranghohe Vertreter Israels und des Libanons teilgenommen.

Seltenes Treffen in Washington

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-Außenministerium zu Gesprächen zusammen - das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land aber eindämmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Die libanesische Regierung hatte den Druck auf die Hisbollah zuletzt erhöht.

Im Südlibanon gibt es trotz der Waffenruhe weiter tödliche Zwischenfälle. In der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung heißt es, Israel solle zwar «offensive» Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Das Land darf sich demnach aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen das Abkommen vor.

Israel strebt nach Worten Netanjahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im südlichen Libanon stationiert - bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.

Libanon: «Können nicht mit Pufferzone leben»

Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam drängte die US-Regierung, den Druck auf Israel mit Blick auf dessen Bodentruppen im Südlibanon zu erhöhen. Der Libanon könne keinerlei Abkommen unterzeichnen, das keinen «vollständigen Abzug» der israelischen Truppen beinhalte, sagte Salam der «Washington Post». Man könne «nicht mit einer sogenannten Pufferzone leben», bei der Anwohner nicht in ihre Häuser im Süden zurückkehren könnten.

Israel spricht von einer «Sicherheitszone», die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schützen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten Netanjahus vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen. So hat Israels Armee im Süden wichtige Brücken und Straßen, nach israelischen Berichten aber auch Häuser systematisch mit Bulldozern und anderen Baufahrzeugen zerstört.

Israel will mit dem äußerst umstrittenen Vorhaben, alle Häuser in grenznahen Dörfern zu zerstören, eigenen Angaben zufolge verhindern, dass sich dort weiterhin Hisbollah-Kämpfer verstecken und Angriffe auf Israel ausführen können.

Kämpfe hängen eng mit Iran-Krieg zusammen

Der Krieg im Libanon hängt eng mit dem Iran-Krieg zusammen, weil der Iran der wichtigste Unterstützer der Hisbollah ist und die Miliz auch im Interesse von oder auf Weisung aus Teheran handelt. Auch im Iran-Krieg hat Trump kürzlich eine geltende Waffenruhe kurz vor deren Ablauf einseitig verlängert. Die Waffen sollen demnach schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt, wie Trump mitteilte.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Dabei gab es dort mehrere Tote. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen, bei denen mehr als 2.000 Menschen getötet und etwa 1,2 Millionen vertrieben wurden. Das israelische Militär verstärkte zudem seine Präsenz im Südlibanon und rückte dort mit seinen Bodentruppen auch weiter vor, um laut eigenen Angaben gegen die Hisbollah vorzugehen.

Konflikte / Krieg / Libanon / Israel / USA / Iran / Hisbollah
24.04.2026 · 00:57 Uhr
[1 Kommentar]
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Archiv)
Berlin - FDP-Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat vor einem Rechtsruck der Freien Demokraten gewarnt. "Unsere Aufgabe ist es, die politische Mitte zu stärken und den Liberalismus in seiner ganzen Breite zu verteidigen. Nicht, ihn nach rechts zu verschieben", sagte die Europapolitikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe […] (01)
vor 9 Minuten
Ticketmaster hat versprochen, 'tausende illegale' Harry-Styles-Tickets an echte Fans zurückzugeben.
(BANG) - Ticketmaster hat versprochen, "tausende illegale" Harry-Styles-Tickets an echte Fans zurückzugeben. Ein groß angelegter Scalping-Betrug rund um die kommende New-York-Residenz des Sängers wurde nun nämlich aufgedeckt. Das Unternehmen teilte mit, Betrüger abgefangen zu haben, die mehrere Fake-Konten nutzten, um Tickets für Harrys 'Together, […] (00)
vor 8 Stunden
Argentiniens Präsident Javier Milei
Buenos Aires (dpa) - Die Regierung des argentinischen Präsidenten Javier Milei hat akkreditierten Journalisten den Zugang zum Regierungssitz Casa Rosada untersagt. Die Entscheidung, den Journalisten die biometrischen Zugangsdaten zum Einlass zu entziehen, sei vorsorglich angesichts einer Anzeige wegen illegaler Spionage getroffen worden, teilte […] (00)
vor 2 Minuten
Ghost Keeper im Early-Access-Test: Der Geist ist willig
Ghost Keeper ist ein Indie-Titel, der sich zurzeit im Early Access auf Steam befindet. Der Name verrät, worum es geht. Als Anführer beziehungsweise als Ghost Keeper ist es unsere Aufgabe, unsere Geister, Monster und Bestien zu verwenden, um Menschen zu erschrecken oder zu töten. Sollte jemandem das Spielprinzip bekannt vorkommen, der sollte einen Blick […] (00)
vor 1 Stunde
Wie passen sich Tiere dem Klimawandel an?
Der französische Pay-TV-Sender Ushuaïa TV setzt auch auf drei Folgen einer Expeditions-Reihe mit Ben Fogle. Ushuaïa TV widmet sich im Mai verstärkt Natur- und Umweltthemen. Im Fokus steht dabei die Dokumentation Notre nouveau monde, quand la Terre nous surprend, die am Freitag, den 22. Mai, um 20.50 Uhr ausgestrahlt wird. Der 90-minütige Film zeigt, wie sich die Natur an den Klimawandel anpasst […] (00)
vor 1 Stunde
VfB Stuttgart - SC Freiburg
Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart fährt nach einem dramatischen Pokal-Krimi wieder nach Berlin. Mit einem packenden 2: 1 (1: 1, 0: 1) nach Verlängerung gegen den SC Freiburg zog der favorisierte Titelverteidiger erneut ins Endspiel des DFB-Pokals ein und fordert am 23. Mai den übermächtig wirkenden FC Bayern heraus. In einem ebenso stimmungsvollen wie […] (05)
vor 1 Stunde
coin, currency, ethereum, ether, bitcoin, crypto currency, block chain, finance, dice, digital
In der Krypto-Community ist eine neue Diskussion über Ethereum entbrannt. Dabei wird debattiert, ob Ethereum das gesamte Finanzsystem betreiben könnte. Diese Diskussion hat die Aufmerksamkeit des pro-krypto Anwalts Bill Morgan sowie Mitglieder der XRP-Community auf sich gezogen, die seit langem für die Nutzung von XRP im globalen Bankensystem plädieren. […] (00)
vor 1 Stunde
Onco-Innovations erreicht wichtigen Meilenstein in der Analytikentwicklung für “ONC010”
Lüdenscheid, 23.04.2026 (PresseBox) - Onco-Innovations Ltd. (ISIN: CA68237C1059 / WKN: A3EKSZ), Onco oder das Unternehmen, gibt den erfolgreichen Abschluss eines bedeutenden Meilensteins mit “Dalton Pharma Services” bekannt, der sich auf die Entwicklung von Analysemethoden zur […] (00)
vor 5 Stunden
 
Zugunglück in Dänemark
Kagerup (dpa) - Bei einem Zusammenstoß zweier Züge in Dänemark sind laut Polizei 18 […] (01)
Iran-Krieg - Persischer Golf
Teheran/Washington/Berlin (dpa) - Im Iran-Krieg dauert das Ringen um eine […] (03)
Räume für Deutsch-Unterricht (Archiv)
Berlin - Über den umstrittenen Zulassungsstopp für Integrationskurse hinaus plant der […] (03)
Internationaler Strafgerichtshof (Archiv)
Den Haag - Die am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) tätige und von den USA […] (05)
MDR holt die «Programmansager» zurück
Mit einem neuen TV-Magazin will der Sender ausgewählte Streaming-Highlights präsentieren und […] (00)
Cheryl
(BANG) - Cheryl hat sich nach langer Zeit mal wieder zu Wort gemeldet, um sich dafür […] (01)
Lindsey Vonn
Berlin (dpa) - US-Star Lindsey Vonn will nach einer weiteren Operation im Herbst auf […] (04)
Rebel Wolves enthüllt Ende April neue Facetten von The Blood of Dawnwalker
Rebel Wolves und Bandai Namco Entertainment Europe kündigen den Stream des Road to […] (00)
 
 
Suchbegriff