Russisch-amerikanischer Gipfel

Trump und Putin planen Gipfel - Selenskyj will dabei sein

07. August 2025, 16:05 Uhr · Quelle: dpa
Kremlchef Putin äußert sich zum kommende Woche geplanten Gipfel mit US-Präsident Trump. Er sagt, wo das Treffen über die Bühne gehen könnte. Aber wird auch der ukrainische Staatschef dabei sein?

Washington/Moskau (dpa) - US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin wollen sich voraussichtlich kommende Woche erstmals persönlich zu Gesprächen über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine treffen. Beide Seiten erklärten, die Zeit sei reif für einen solchen Gipfel. Tag und Ort stehen bisher nicht fest. Putin sagte im Kreml am Rande eines Treffens mit dem emiratischen Präsidenten Mohammed bin Sajid, die Vereinigten Arabischen Emirate könnten ein passender Ort dafür sein. Scheich Mohammed gilt als einer der wichtigen Vermittler in dem Krieg.

Putin und Trump hatten zuletzt zwar immer wieder telefoniert. Aber die Einigung auf ein Wiedersehen kam nun relativ überraschend, nachdem der US-Präsident dem Kremlchef das Ultimatum gestellt hatte, bis zu diesem Freitag einer Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine zuzustimmen. Die Kampfhandlungen gehen aber unvermindert weiter. 

Putin knüpft Treffen mit Selenskyj an Bedingungen

Putin sagte, dass Russland mehrere Freunde habe, die als Gastgeber bereit seien, einen Gipfel auszurichten. Deutlich verhaltener klang er bei der Frage nach einem möglichen Dreier-Gipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er halte ein solches Treffen für möglich, sagte Putin. Allerdings müssten die Voraussetzungen stimmen, und noch seien die Bedingungen dafür weit entfernt.

Russland führt seit mehr als drei Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. US-Präsident Trump hatte immer wieder erklärt, den Krieg rasch beenden zu wollen. Es wäre das erste persönliche Treffen eines amtierenden US-Präsidenten mit Putin seit dem Sommer 2021. Damals traf Trumps demokratischer Vorgänger Joe Biden den Kremlchef in Genf.

Merz und Selenskyj: Russland muss Krieg beenden

Selenskyj telefonierte unter anderem auch mit Kanzler Friedrich Merz (CDU). Beide würdigten nach Angaben der Bundesregierung die Vermittlungsbemühungen Trumps zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Merz und Selenskyj seien sich einig, dass Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beenden müsse, hieß es in Berlin. Beide hätten einen engen Austausch mit europäischen Partnern und den USA verabredet.

«Die Parameter, wie dieser Krieg beendet wird, werden die Sicherheitslandschaft Europas auf Jahrzehnte hinaus prägen», schrieb Selenskyj nach dem Telefonat auf der Plattform X. Die Ukraine sei ein fester Bestandteil Europas, deshalb müsse Europa auch an Gesprächen beteiligt werden.

Selenskyj fordert Mut von Moskau

Trump will sich zunächst mit Putin treffen und dies dann zu einem Dreiertreffen mit Selenskyj erweitern. «Die Ukraine fürchtet kein Treffen und erwartet von Russland die gleiche mutige Haltung», erklärte Selenskyj in Kiew. «Es ist Zeit, dass wir diesen Krieg beenden.»

Merz und andere europäische Regierungschefs hatten am Mittwochabend mit Trump telefoniert. Zuvor hatte Trumps Sondergesandter Steve Witkoff in Moskau erneut Putin getroffen - laut Kreml dauerten die als konstruktiv und nützlich beschriebenen Gespräche etwa drei Stunden. 

Kreml: Vorbereitungen für Treffen mit Trump laufen

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, dass die US-Seite zwar Selenskyjs Teilnahme an dem Gipfel ins Spiel gebracht habe. Russland sei darauf aber nicht eingegangen. «Wir schlagen vor, uns zunächst auf die Vorbereitung des bilateralen Treffens mit Trump zu konzentrieren, und halten es für wichtig, dass diese Zusammenkunft erfolgreich und fruchtbar ist», betonte Uschakow. Geplant sei der Gipfel zwar schon nächste Woche, aber es gebe dafür viel vorzubereiten.

Russland werde darüber nun auch seine internationalen Partner informieren - so wie Trump zuvor die Europäer über die Pläne unterrichtet habe, sagte Uschakow. Für den Kreml steht bei dem Gipfel im Vordergrund, dass sich Putin und Trump als gleichberechtigte Partner gegenübertreten und nach jahrelangem Zerwürfnis die russisch-amerikanischen Beziehungen wieder in Gang kommen. 

Dass Putin sich gerade jetzt zu einem raschen Wiedersehen mit Trump bereiterklärte, kam überraschend. Zwar hatte er Trump schon in dessen erster Amtszeit als US-Präsident mehrfach getroffen. Die beiden hatten zuletzt zudem mehrfach miteinander telefoniert. Trump hatte sich über den Kremlchef aber in den vergangenen Tagen immer wieder öffentlich verärgert gezeigt und ihm eine Hinhaltetaktik im Ukraine-Konflikt vorgeworfen. Nun ging Putin auf die Bitte der US-Seite nach einem Treffen ein.

Trump nahm Kreml-Handelspartner ins Visier

Am Dienstag vergangener Woche (29. Juli) hatte Trump eine Frist von zehn Tagen gesetzt und in diesem Zeitraum eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew gefordert. Sollte es dazu nicht kommen, kündigte er Sanktionen gegen Handelspartner Russlands an – und belegte kurz darauf Indien wegen seiner Ölgeschäfte mit Moskau bereits mit neuen Strafzöllen. Diese sollen allerdings erst am 27. August in Kraft treten.

Mit der plötzlichen Zusage zu einem Treffen mit Trump hat Putin nun erst einmal wieder Zeit gewonnen. Sein Berater Uschakow sagte russischen Staatsmedien, dass Russland nicht von seinem Kurs in der Ukraine abrücke.

Moskau hatte für eine friedliche Lösung des Konflikts unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt sowie die Abtretung der von Moskau annektierten Gebiete gefordert. Selenskyj hat bisher den Verzicht auf die von Russland schon 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie auf die teils von Moskau kontrollierten Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson kategorisch abgelehnt.

Konflikte / Krieg / Gipfel / Ukraine / Russland / USA
07.08.2025 · 16:05 Uhr
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