Trump und Netanjahu treffen sich zu brisanten Gesprächen im Weißen Haus
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat sich nach Washington aufgemacht, um sich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen. Das Treffen steht unter dem Zeichen mehrerer drängender Themen, darunter die turbulente Situation im Gazastreifen und der gesamte sicherheitspolitische Kontext der Region, mit einem besonderen Fokus auf den Iran. Laut Medienberichten will Netanjahu Trump über die kritische Perspektive Israels hinsichtlich der Verhandlungen mit der Islamischen Republik informieren, was nicht nur für Israel von entscheidender Bedeutung sei, sondern für alle, die Frieden und Sicherheit anstreben.
Parallel dazu haben Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten und des Iran in Oman erste Gespräche über brisante Themen wie das iranische Raketenprogramm aufgenommen, doch ein neuer Verhandlungstermin ist nicht absehbar. Wie die israelische Zeitung 'Jediot Achronot' berichtet, plant Netanjahu, geheime Informationen über Irans umstrittenes Raketenprogramm und die repressive Vorgangsweise gegen regierungskritische Demonstranten an Trump weiterzugeben.
Auf dem Höhepunkt dieser Proteste im Iran Anfang Januar waren tausende Bürger ums Leben gekommen, während Teheran Langstreckenraketen entwickelt, die die USA bedrohen könnten. Das aktuelle Treffen markiert das siebte Zusammentreffen der beiden Staatsführer seit dem Amtsantritt Trumps.
Israel stellt klare Forderungen an die USA: Ein potenzielles Abkommen mit dem Iran müsse strikte Begrenzungen seines Raketenarsenals und das Ende der Unterstützung seiner regionalen Verbündeten beinhalten. Die israelische Regierung sieht in Teherans Atomaktivitäten eine existenzielle Bedrohung, während der Iran jegliche Anschuldigungen hinsichtlich eines geheimen Atomwaffenprogramms vehement bestreitet, sich aber grundsätzlich bereit zeigt, über sein ziviles Atomprogramm zu verhandeln, nicht jedoch über Raketenentwicklungen.
Der Iran kritisiert derweilen die vermeintliche Einflussnahme Israels auf die US-amerikanische Verhandlungsposition. Der iranische Außenamtssprecher verlangte bei einer Pressekonferenz in Teheran, dass die Vereinigten Staaten ihre Entscheidungen unabhängig von Israel fällen. Laut dem Sprecher besteht das Problem darin, dass Washington den Forderungen Israels scheinbar blind folgt. Israel wird vorgeworfen, diplomatische Bemühungen in der Region zu unterminieren und den Dialogprozess zu sabotieren. Dies unterstreicht die Bedeutung des Zugangs, den die Internationale Atomenergiebehörde seit den Attacken im Juni verloren hat, zu mehr als 400 Kilogramm Uran, die in Iraner Anlagen lagern und für mehrere Waffen reichen könnten.

