Trump und die Medien: Ein neuer Konflikt
Der jüngste Konflikt zwischen dem Weißen Haus und der Medienlandschaft sorgt erneut für Schlagzeilen: Das renommierte "Wall Street Journal" (WSJ) wurde mit einem Ausschluss von der Schottlandreise des US-Präsidenten belegt. Hintergrund ist ein umstrittener Artikel über Verbindungen von Donald Trump zum berüchtigten Jeffrey Epstein.
Laut Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sei diese Entscheidung eine Reaktion auf das vermeintlich diffamierende Verhalten der Zeitung. Der Präsident, der ab Freitag nach Schottland reisen wird, lässt nur ausgewählte zwölf Medien an seiner Seite gewähren. Den Ausschluss des WSJ hatte zunächst "Politico" enthüllt.
Grund ist ein Bericht, in dem über ein womöglich von Trump verfasstes Schreiben an Epstein spekuliert wird. Dieses angebliche Glückwunschschreiben zum 50. Geburtstag von Epstein aus dem Jahr 2003 soll mit fragwürdigem Inhalt versehen gewesen sein.
Obschon der Brief bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangte, erhebt Trump schwere Vorwürfe gegen das WSJ und strebt eine Klage in Milliardenhöhe an. Er besteht darauf, dass es sich dabei um erfundene Inhalte handelt, eine Meinung, die er unlängst via Truth Social mit Rupert Murdoch teilte.
Nach der Veröffentlichung des Artikels hatte Trump offengelegt, dass er Teile der Epstein-Akten freizugeben plane, ein weiteres Moment der Spannung, da diese Entscheidung den Erwartungen vieler seiner Anhänger nicht gerecht wurde. Epsteins Selbstmord im Gefängnis 2019 hinterließ eine Welle an Spekulationen, nicht zuletzt aufgrund seiner weitreichenden Netzwerke innerhalb der amerikanischen Elite, wo auch Trump in Erscheinung trat.
Der Ausschluss des WSJ ist exemplarisch für Trumps kritische Haltung gegenüber bestimmten Medienvertretern. Vor einigen Monaten hatte bereits die Associated Press Einschränkungen hinnehmen müssen, nachdem sie Trumps umstrittene Namensgebung des Golfs von Mexiko nicht übernommen hatte. Diese Vorfälle zeigen, dass der Umgang des Weißen Hauses mit Medienvertretern in den USA weiterhin eine heikle Angelegenheit bleibt.

