Lage im Überblick

Trump sauer auf Putin - Kurswechsel im Ukraine-Krieg?

09. Juli 2025, 05:02 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump wirft Putin vor, Blödsinn zu erzählen. Und erwägt einem Bericht zufolge, der Ukraine ein Flugabwehrsystem zu liefern. Sind das mehr als nur Indizien für einen Kurswechsel?

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump erwägt einem Bericht zufolge die Lieferung eines zusätzlichen Luftabwehrsystems an die Ukraine und deutet damit einen möglichen Kurswechsel seiner Haltung in dem Krieg an. Laut «Wall Street Journal» (WSJ) zieht er in Betracht, Kiew angesichts der massiven russischen Angriffe ein zusätzliches Flugabwehrsystem vom Typ Patriot zu schicken. Damit würde er erstmals die Lieferung eines größeren Waffensystems an Kiew genehmigen, das über die von der Regierung seines Vorgängers Joe Biden zugesagte Anzahl hinausgeht. Zugleich zeigte sich Trump über den russischen Präsidenten Wladimir Putin verärgert und warf ihm vor, eine Menge Blödsinn zu erzählen. 

Bereits zuvor hatte sich Trump erneut für ein schnelles Ende des Kriegs ausgesprochen und betont, dass er überhaupt nicht glücklich mit Putin sei. Nun sagte er am Dienstag im Weißen Haus, Putin behandele die Menschen nicht richtig, er töte zu viele Menschen. Deshalb würden die USA einige Verteidigungswaffen in die Ukraine schicken - er habe das genehmigt. Trump fügte hinzu: «Wir bekommen von Putin eine Menge Blödsinn aufgetischt.» Er sei die ganze Zeit sehr nett, «aber es stellt sich heraus, dass es bedeutungslos ist». 

Erst vor wenigen Wochen noch hatte Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, den Krieg mit aufhetzenden Äußerungen zu verlängern. Gegenüber Putin zeigte er dagegen Verständnis und schwenkte in zentralen Fragen wie etwa der zu einem Nato-Beitritt der Ukraine auf die Linie Russlands um. Trotz aller Appelle Trumps verweigerte Putin jedoch, sich mit Selenskyj für Friedensgespräche an einen Tisch zu setzen. 

Bericht: Trump erwägt Lieferung von Patriot-System

Das «WSJ» berichtete nun unter Berufung auf zwei Beamte, Trump erwäge der Ukraine ein zusätzliches Flugabwehrsystem vom Typ Patriot zu schicken. Demnach bat das Weiße Haus das Pentagon um Optionen für die Lieferung zusätzlicher Waffen, darunter auch ein Patriot-System. 

Die USA haben Kiew bislang drei Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, Deutschland hat weitere drei geliefert und ein Konsortium europäischer Länder hat eines geschickt, wie ein ehemaliger Pentagon-Beamter laut «WSJ» mitteilte. Allerdings seien wegen Wartungsarbeiten nicht alle gleichzeitig einsatzbereit. 

Selenskyj erwartet baldige Lieferungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte nach neuen Gesprächen mit US-Vertretern deutlich, bald Waffenlieferungen aus den USA zu erwarten. «Das betrifft vor allem die Flugabwehr und ebenfalls alle anderen Elemente der Lieferungen aus Amerika», sagte der Staatschef in seiner täglichen Videobotschaft. 

 

Er habe Verteidigungsminister Rustem Umjerow und dem Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj Anweisung gegeben, «alle Kontakte mit der amerikanischen Seite» zu intensivieren. Aus Washington seien die nötigen Erklärungen und Entscheidungen für eine Aufhebung des Teilstopps von Rüstungslieferungen gekommen. 

Die Ukraine benötigt dringend Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot, um sich besser vor den ständigen russischen Luft- und Raketenangriffen schützen zu können. Wegen der stärker werdenden Attacken drängt Kiew die westlichen Verbündeten dazu, die Flugabwehr des Landes zu stärken. Laut «WSJ» wird auch geprüft, ob andere Länder Kiew weitere Patriot-Systeme zur Verfügung stellen könnten.

Das in den USA hergestellte Patriot-Flugabwehrraketensystem zählt zu den modernsten der Welt. Mit ihm werden feindliche Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper bekämpft. Auf eine Entfernung von etwa 100 Kilometern und bis in Höhen von 30 Kilometern können die Abwehrraketen in einer gedachten Glocke um die Stellung Ziele treffen - abhängig vom eingesetzten Lenkflugkörper. Mit einem Radar stuft das Patriot-System zunächst ein, welche Flugobjekte am Himmel zum Feind gehören. Im Bedrohungsfall feuern Soldaten im Leitstand die Lenkflugkörper ab, um die Ziele unschädlich zu machen. 

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als drei Jahren gegen die russische Invasion. Moskaus Militär versucht seit Wochen, die Flugabwehr des Nachbarlandes zu überlasten. 

CNN: Hegseth informierte Weißes Haus nicht über Lieferstopp

Vergangene Woche hatte es noch geheißen, dass die USA die Lieferung einiger bereits zugesagter Waffen - darunter auch Flugabwehrraketen - gestoppt haben. Der Sender CNN berichtete nun unter Berufung auf fünf mit der Angelegenheit vertrauten Personen, Verteidigungsminister Pete Hegseth habe das Weiße Haus nicht informiert, bevor er vergangene Woche die Unterbrechung der Waffenlieferungen an die Ukraine genehmigt habe. Dies habe der Regierung hektische Bemühungen ausgelöst, die Gründe für die Unterbrechung zu verstehen und sie dem Kongress und der ukrainischen Regierung zu erklären.

Russland greift weiter an

Russland griff in der Nacht Medienberichten zufolge erneut mit Raketen und Drohnen auch Regionen im Westen des Landes Hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt an. Unter Berufung auf die ukrainische Luftwaffe berichtete «The Kyiv Independent», Drohnen bewegten sich auf die Städte Lutsk, Chmelnyzkyj und Ternopil zu.

Die Nachrichtenagentur RBK-Ukraine meldete, die Bewohner der nordwestlichen Stadt Lutsk seien angewiesen, Schutz zu suchen. Dem Regionalrundfunk zufolge waren Explosionen in der Stadt zu hören.

Laut «The Kyiv Independent» wurden zudem in Orten näher an der Frontlinie wie Sumy, Saporischschja oder Dnipro Explosionen gemeldet. Zudem hätte Reporter von Explosionen in der Hauptstadt Kiew berichtet. Dem Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge sei das Zentrum angegriffen worden und die Luftabwehr aktiv. Nahe der Hauptstadt sei eine Frau verletzt worden, wie es unter Berufung auf die regionale Militärverwaltung hieß. 

Die Luftwaffe hatte zuvor am Abend vor Raketen und Drohnen aus Russland gewarnt. Demnach war mindestens eine der schwer abfangbaren Hyperschallraketen des Typs Kinschal (Dolch) in Richtung des westukrainischen Gebiets Schytomyr abgefeuert worden. Es hatte Luftalarm im ganzen Land gegeben. 

Tote auch aus Kursk gemeldet

Derweil wurden in der westrussischen Stadt Kursk nach russischen Behördenangaben mindestens drei Menschen durch eine Drohne getötet. Weitere sechs Menschen wurden verletzt, wie Gouverneur Alexander Chinschtein am Dienstag bei Telegram mitteilte. Er warf der ukrainischen Armee einen Angriff auf einen Strand der Großstadt mit mehr als 400.000 Einwohnern vor. Kursk liegt nur gut 90 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.

Krieg / Konflikte / Waffen / USA / Ukraine / Russland
09.07.2025 · 05:02 Uhr
[7 Kommentare]
Kohlekraftwerk in den USA
Washington (dpa) - Die US-Umweltbehörde EPA hebt Vorschriften zur Begrenzung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen von Kohle- und Gastkraftwerken auf. Der Großteil der Treibhausgasvorschriften für US-Kraftwerke, die unter der demokratischen Regierung des vorherigen Präsidenten Joe Biden eingeführt wurden, werde zurückgenommen, teilte EPA-Chef Lee […] (00)
vor 39 Minuten
Lily Allen und David Harbour
(BANG) - Lily Allen ist dankbar für David Harbours "großzügige" Reaktion auf ihr Album 'West End Girl'. Der britischen Sängerin zufolge hat ihr Ex-Mann respektvoll auf die persönliche Platte reagiert. Das Album ist von ihrer Trennung von dem 'Stranger Things'-Star inspiriert. Allen betonte allerdings, die Texte seien eine "Mischung aus Fakten und […] (00)
vor 9 Stunden
Elon Musk
Austin (dpa) - Tech-Milliardär Elon Musk lässt seine Klage, in der er Apple unfairen Wettbewerb vorwirft, fallen. Er hatte den iPhone-Konzern sowie den ChatGPT-Erfinder OpenAI vor gut einem Jahr vor Gericht gezerrt. Musks Behauptung damals: Apple behindere andere Chatbots wie seine Software Grok, um ChatGPT einen Vorteil zu verschaffen. Jetzt hieß es in […] (00)
vor 23 Minuten
VALORANT – neue Features mit dem kommenden Patch vorgestellt
VALORANT präsentiert umfassende Entwickler-Updates zu Patch 13.06 und kündigt eine Reihe neuer Funktionen an. Dazu zählen ein experimenteller Spielmodus, ein neues automatisches Gewehr, ein überarbeitetes Agenten-Mastery-System, Fortschritte im kompetitiven Bereich sowie mehrere Quality-of-Life- Verbesserungen. Neuer Spielmodus Gauntlet: Glitched Mit […] (00)
vor 5 Stunden
Sphere Abacus übernimmt Rocket Rights und baut Digitalgeschäft aus
Der internationale Distributor übernimmt den Digitalspezialisten vollständig. Unter dem neuen Namen Rocket Booster soll das Geschäft mit digitalen Plattformen und sozialen Medien wachsen. Sphere Abacus treibt seine Expansion im digitalen Vertrieb voran. Das zu Bell Media gehörende Unternehmen hat Rocket Rights/Rights Booster vollständig übernommen. Im Zuge der Transaktion erhält die Firma auch […] (00)
vor 2 Stunden
1. FC Nürnberg - Hannover 96
Hannover (dpa) - Fußball-Zweitligist Hannover 96 hat sich von seinem Trainer Christian Titz getrennt. Das gab der Verein drei Tage nach dem 1: 2 beim 1. FC Nürnberg bekannt. Der Aufstiegskandidat hatte von den ersten fünf Spielen der Zweitliga-Saison nur eines gewonnen. Es ist die erste Trainerentlassung der laufenden Spielzeit im Unterhaus. Die […] (03)
vor 5 Stunden
cryptocurrency, business, finance, money, wealth, gold, cash, monetary, investment, ethereum
Die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York hat am 14. September eine Zivilklage eingereicht, um $61 Millionen in Kryptowährungen zu beschlagnahmen. Diese Gelder stehen im Zusammenhang mit Binance-Konten und dem Schwarzmarkthandel mit iranischem Öl. Die Staatsanwälte behaupten, dass die Gelder über Handelskonten der in China […] (00)
vor 1 Stunde
Unsichtbare Gefahr im Wasser: PFAS/TFA – das neue große Thema
Hamburg, 14.09.2026 (lifePR) - Immer häufiger werden in der Schweiz Spuren von PFAS und TFA im Trinkwasser nachgewiesen. Diese Stoffe sind farb-, geruchs- und geschmacklos, aber hochstabil und gelangen über das Leitungsnetz in jedes Haus. Das Problem: PFAS und insbesondere die ultrakurzen Varianten wie Trifluoressigsäure (TFA) können mit herkömmlichen Methoden kaum entfernt werden. Warum die […] (00)
vor 9 Stunden
 
Wolodymyr Selenskyj (Archiv)
Kiew - Die Ukraine hat laut Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagen, dass ihre […] (02)
Soldaten der Bundeswehr (Archiv)
Berlin - Das Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass beim Aufbau der Litauen- […] (04)
Wahlplakate mit Steffen Krach, SPD, und Elif Eralp, Linke (Archiv)
Berlin - Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, fordert von […] (02)
Reza Pahlavi (Archiv)
Frankfurt am Main - Der Sohn des 1979 im Iran gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, kommt […] (01)
SV Elversberg - Bayern München
Spiesen-Elversberg (dpa) - Der Abenteuer-Ausflug ins kleine Bundesliga-Dorf Spiesen- […] (03)
Die Kapitalkosten beißen zu Die Märkte haben jahrelang billiges Geld einkalkuliert. […] (00)
Ex-PlayStation-Chef: Schaut nicht nur auf Verkaufszahlen und Blockbuster!
Shawn Layden ist zwar im Ruhestand, aber weiter in Gesprächslaune. In Podcasts […] (01)
«Moonshiners» feiert 250 Jahre amerikanischen Widerstandsgeist
Discovery Channel schickt seine Schwarzbrenner Ende September zurück und verbindet die neue […] (00)
 
 
Suchbegriff