Trump-Regierung prüft Kehrtwende: Abnehmspritzen wie Wegovy und Ozempic bald auf Staatskosten?
Im US-Gesundheitswesen zeichnet sich ein möglicher Paradigmenwechsel ab: Die Regierung unter Präsident Donald Trump plant einem Bericht der Washington Post zufolge ein Pilotprogramm, das Abnehmmedikamente wie Wegovy, Ozempic, Zepbound und Mounjaro über die staatlichen Versicherungssysteme Medicare und Medicaid erstattungsfähig machen soll. Die Initiative wäre ein bemerkenswerter Kurswechsel gegenüber der bisherigen Politik, die primär auf Kostenbegrenzung fokussiert war.
Die Pilotphase soll fünf Jahre dauern und würde Millionen einkommensschwache Amerikaner erfassen. Bereits jetzt übernehmen 13 Bundesstaaten Medicaid-Leistungen für die stark nachgefragten Präparate, die in den USA mit jährlichen Kosten zwischen 5.000 und 7.000 US-Dollar zu Buche schlagen. Medicare hingegen erstattet die Medikamente bislang nur in Verbindung mit Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – nicht zur allgemeinen Gewichtsreduktion.
Analysten werten die Initiative als deutlichen Richtungswechsel. Ryan MacDonald von der Investmentbank Needham betonte, dass ein solcher Vorstoß unter Trump kaum erwartet worden sei, nachdem frühere Maßnahmen seiner Regierung vor allem auf Leistungskürzungen im Gesundheitswesen abzielten.
Die wirtschaftliche Dimension ist erheblich: Über 70 Millionen Menschen sind über Medicaid versichert, meist Geringverdiener. Medicare deckt weitere 65 Millionen – vorwiegend Senioren und Menschen mit Behinderung. Sollte das Pilotprojekt ausgeweitet werden, dürfte der Markt für die Hersteller Novo Nordisk und Eli Lilly weiter an Dynamik gewinnen.
In Europa mehren sich ebenfalls Stimmen, die eine Kostenübernahme für stark Übergewichtige fordern – auch jenseits klassischer Diabetesindikationen. Der Blick auf die USA dürfte hier den politischen Druck erhöhen.


