Trump plant drastische Reformen für H-1B-Visaprogramm
US-Präsident Donald Trump steht kurz davor, eine Proklamation zu unterzeichnen, die eine umfassende Überarbeitung des H-1B-Visaprogramms vorsieht. Einem mit der Angelegenheit vertrauten Beamten des Weißen Hauses zufolge könnte der Schritt bereits am Freitag erfolgen. Im Mittelpunkt der Reform steht die Einführung einer Antragsgebühr von 100.000 US-Dollar, um einem übermäßigen Gebrauch des Programms entgegenzuwirken.
Trump wird außerdem anordnen, dass das Arbeitsministerium die bestehenden Lohnregelungen des H-1B-Programms überarbeitet. Ziel ist es, die Nutzung der Visa einzuschränken, die zur Lohndrückerei gegenüber einheimischen Arbeitskräften ausgenutzt werden. Diese Veränderungen treffen vor allem die Technologiebranche, die stark auf H-1B-Visa angewiesen ist.
Ein von Bloomberg News eingesehenes Dokument des Weißen Hauses nennt die Ersetzung amerikanischer Arbeitskräfte durch günstigere, ausländische Arbeitnehmer als Bedrohung der nationalen Sicherheit. Dies drücke die Löhne und verhindere, dass Amerikaner Karrieren im MINT-Bereich anstrebten.
Es ist noch unklar, ob die 100.000 Dollar zusätzliche oder bereits bestehende Gebühren enthalten. Derzeit fallen für die Registrierung beim H-1B-Lotteriesystem Gebühren in Höhe von 215 und für den Antrag auf ein I-129-Formular 780 Dollar an. Das Lotteriesystem weist Schwächen auf, die von einigen Arbeitgebern ausgenutzt werden, indem sie die Lotterie mit Anträgen fluten.
Neben großen Technologiefirmen sind es vor allem Outsourcing-Unternehmen, die das Programm für die Anstellung niedrig bezahlter Arbeitskräfte verwenden. Dies geschieht oft indirekt über Drittfirmen.
Die Politikänderung kommt mit einer Reihe von Gebührenerhöhungen, die im Zuge der Steuerreform des Präsidenten verabschiedet wurden. Diese sollen zusätzliche Einnahmen generieren, um neue Haftanstalten zu finanzieren, die Einstellung tausender Einwanderungsbeamter zu ermöglichen und den Ausbau der Grenzmauer voranzutreiben.

