Trump kritisiert Chagos-Entscheidung: Transatlantische Spannungen nehmen zu
US-Präsident Donald Trump sorgte jüngst für diplomatische Turbulenzen, indem er die Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius heftig kritisierte. Diese Entscheidung, die nach intensiven Verhandlungen getroffen wurde, nannte er auf seiner sozialen Plattform Truth Social einen „Akt großer Dummheit“. Besonders die strategisch bedeutsame Insel Diego Garcia, auf der ein wichtiger Militärstützpunkt von Großbritannien und den USA betrieben wird, steht im Fokus der Diskussionen. Während Mauritius die Souveränität über die Inseln erhält, bleibt Diego Garcia weitere 99 Jahre unter britischer Kontrolle.
Bemerkenswert an Trumps Kritik ist, dass die US-Regierung den Deal zuvor ausdrücklich begrüßte – nach Aussage des britischen Premierministers Keir Starmer sogar mit Trumps persönlicher Unterstützung. Der US-Außenminister Marco Rubio hatte damals Trumps Zustimmung als „monumentale Errungenschaft“ beschrieben. Nun wittert Trump in dem Szenario China und Russland als potenzielle Bedrohungen und fordert als Gegenmaßnahme die Übernahme Grönlands durch die USA, um geopolitisch besser gerüstet zu sein.
In Großbritannien wird Trumps unerwarteter Stimmungsumschwung als Anzeichen einer spannungsgeladenen Wende in den Beziehungen zwischen den beiden Nationen gedeutet. Mike Johnson, der republikanische Vorsitzende im US-Repräsentantenhaus, versuchte in einer Rede im britischen Parlament, die aufgebrachten Gemüter zu besänftigen. Er betonte, dass Differenzen stets ruhig und freundschaftlich beigelegt werden konnten und versicherte den britischen Parlamentariern, dass dies auch weiterhin der Fall sein werde.

