Trump entfacht globalen Handelssturm: Neue Zölle verunsichern Märkte
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Zölle von zehn Prozent auf Waren aus sämtlichen Ländern sind nun in Kraft getreten. Diese durch den Republikaner am Mittwoch unterzeichnete Anordnung bedeutet einen drastischen Kurswechsel in der Handelspolitik der USA. Zusätzlich plant Präsident Trump, ab dem 9. April noch höhere Zölle für Länder, die nach Ansicht der US-Regierung ein erhebliches Handelsdefizit mit den Vereinigten Staaten aufweisen.
Bestimmte Produkte sind von diesen Zöllen vorerst ausgenommen, darunter Stahl- und Aluminiumprodukte, Automobile und Autoteile, ebenso wie Kupfer, Arzneimittel, Halbleiter und bestimmte kritische Mineralien. Das Weiße Haus hat jedoch angedeutet, dass auch für diese Warenkategorien bald Sonderzölle in Betracht gezogen werden könnten. Trump bezeichnete den Tag der Zollankündigung als 'Tag der Befreiung' und rief ein 'goldenes Zeitalter' für die USA aus. Die Marktreaktion fiel allerdings negativ aus – Aktienkurse tendierten nach unten, und Fed-Chef Jerome Powell warnte vor steigender Inflation sowie gedämpftem Wachstum.
Die Ankündigung stürzt die Weltwirtschaft in ein Spannungsfeld, das von internationalen Gegenmaßnahmen gekennzeichnet ist. China als zweitgrößte Volkswirtschaft zeigt sich kampfbereit, während Deutschland und andere exportabhängige Nationen die offenen Märkte verteidigen. Die EU-Kommission hat ebenfalls Antworten bereit und prüft Verhandlungen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic betonte nach Gesprächen mit Handelsminister Howard Lutnick und Handelsbeauftragtem Jamieson Greer die Gesprächsbereitschaft der EU. Der europäische Abgeordnete Manfred Weber unterstrich, dass die EU zu deals bereit sei – jedoch nur zu gleichberechtigten Bedingungen.
Auch in den USA regt sich Widerstand. Der republikanische Senator Ted Cruz warnte vor den politischen Folgen, sollte eine Rezession eintreten, die für die Republikaner in einem Desaster enden könnte. Das American Enterprise Institute zweifelte an der Zollberechnungsformel und schlug vor, dass eine Anpassung die Zölle auf maximal 14 Prozent, im Falle der EU auf 10 Prozent, beschränken könnte.
Zudem warnt die UNCTAD vor erheblichen Konsequenzen für wirtschaftlich schwache Entwicklungsländer. Diese Staaten, die nur einen geringen Teil des US-Handelsdefizits ausmachen, sind nun einem 'perfekten Sturm' ausgeliefert. Die eingeführten Strafzölle, die in manchen Fällen bis zu 50 Prozent betragen könnten, treffen unter anderem Saint-Pierre und Miquelon sowie Lesotho besonders hart.

