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Trump-Effekt an der Wall Street: Profitiert die Citigroup?

07. Februar 2026, 22:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Trump-Effekt an der Wall Street: Profitiert die Citigroup?
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Die Citigroup steht vor dem Ende jahrelanger regulatorischer Strafen. Erfahren Sie, warum CEO Jane Fraser jetzt auf Übernahmen und Wachstum setzt.
Jahrelang war die Citigroup das Sorgenkind der Wall Street, gefangen in einem Netz aus Milliardenstrafen und Compliance-Auflagen. Doch nun sickert durch: CEO Jane Fraser bereitet das Ende der regulatorischen Fesseln vor. Ein Startschuss für eine aggressive Ära und Kampfansage an die Konkurrenz.

In den oberen Etagen der Citigroup herrscht eine Zuversicht, die man in New York seit fast sechs Jahren nicht mehr gespürt hat. Wie Insider berichten, bereiten Top-Manager ihre Großkunden bereits diskret darauf vor, dass der Konzern noch in diesem Jahr die verhassten „Consent Orders“ hinter sich lassen wird.

Es wäre das Ende einer Demütigung, die ihren Ursprung in einer fast schon grotesken 900-Millionen-Dollar-Fehlüberweisung an Gläubiger des Kosmetikkonzerns Revlon hatte. Dieser Fehler versetzte die Bank seither in eine Art regulatorisches Koma, aus dem sie sich nun mit aller Macht befreien will.

Doch das Blatt wendet sich nun endgültig. Während CEO Jane Fraser den Analysten bereits signalisierte, dass 80 % der mühsamen Aufräumarbeiten erledigt seien, scheint das Ziel nun in greifbarer Nähe. Für die Citigroup bedeutet das weit mehr als nur weniger Bürokratie im Arbeitsalltag.

Es ist der Moment, in dem die Bank vom Verteidigungs- in den Angriffsmodus umschaltet. Sobald die Aufseher das Siegel brechen, fallen die Schranken für Übernahmen und Expansionen, die der Bank seit dem Jahr 2020 strikt untersagt waren.

Der Trump-Faktor befeuert die Hoffnung auf einen schnellen Deal in Washington

Ein wesentlicher Treiber für den neuen Optimismus ist das politische Klima in Washington. Unter der Regierung von Donald Trump weht ein neuer, unternehmensfreundlicher Wind durch die Behörden. Analysten wie Richard Ramsden von Goldman Sachs sind überzeugt, dass Regulierer nun eher bereit sein werden, die Reformen abzusegnen.

Ein Sprecher des Weißen Hauses betonte zwar, man erwarte keine „Geschenke auf Kosten des Volkes“, doch die Pro-Wachstum-Agenda spielt Fraser direkt in die Hände. Die Citigroup könnte als einer der größten Profiteure aus dieser neuen politischen Ära hervorgehen.

Besonders Mike Mayo, der einflussreiche Analyst von Wells Fargo, sieht das Jahr 2026 als das Jahr der Befreiung. Für ihn ist die verbliebene Arbeit an der Datenverwaltung nur noch eine „Übung zum Kästchen-Ankreuzen“.

Da keine unmittelbaren Risiken für die Stabilität mehr vorlägen, gebe es kaum einen Grund, die Bank länger im regulatorischen Strafraum verweilen zu lassen. Die Märkte honorieren diesen Ausblick bereits: Nachdem die Aktie im letzten Jahr um 63 % zulegte, ist die Erwartungshaltung nun riesig.

Milliarden für die Compliance bremsten bisher die Rendite-Jagd der Großbank

Der Preis für die Freiheit war jedoch extrem hoch. Seit 2020 hat die Citigroup tausende neue Mitarbeiter eingestellt, um die maroden Risikomanagement-Systeme und die mangelhafte Daten-Governance zu reparieren. Diese Kosten fraßen die Gewinne auf und ließen die Rendite weit hinter Rivalen wie JPMorgan zurückbleiben.

Allein im Jahr 2024 wurde die Bank erneut zu einer Strafe von 136 Millionen Dollar verdonnert, weil die Fortschritte bei der Datenkontrolle den Aufsehern zu langsam gingen. Es war ein herber Rückschlag auf einem ohnehin steinigen Weg.

Finanzchef Mark Mason hat den Investoren jedoch versprochen, dass die Ausgaben für Compliance in diesem Jahr deutlich sinken werden. Das ist ein klares Signal: Die großen Investitionen in die Infrastruktur sind getätigt, jetzt geht es um die Feinjustierung.

Die Bank will endlich ihr Ziel einer Eigenkapitalrendite von 11 % bis 12 % erreichen – eine Marke, die ohne das Ende der Auflagen kaum zu halten wäre. Mit sinkenden Compliance-Kosten wird wertvolles Kapital für Investitionen in das Kerngeschäft frei.

Regulierer behalten trotz Optimismus das letzte Wort im Machtpoker

Trotz aller Euphorie bleibt ein Restrisiko für die Anleger bestehen. Die endgültige Entscheidung liegt nicht bei Jane Fraser, sondern in den Büros der Federal Reserve und des OCC. Die Aufseher müssen die durchgeführten Korrekturen nicht nur sichten, sondern sie in langwierigen Verfahren auf ihre Belastbarkeit testen.

Dass die OCC bereits im Dezember eine Ergänzung zu den Auflagen aufhob, wird intern als erster Etappensieg gewertet. Dennoch erfordert die vollständige Entlastung eine formale Abstimmung des Board of Governors, was Zeit kosten kann.

Die Geschichte von Wells Fargo dient hier als warnendes Beispiel für alle Optimisten. Dort kämpft CEO Charlie Scharf seit 2019 gegen die Folgen von Skandalen, und obwohl viele Strafen aufgehoben wurden, bleibt eine entscheidende Auflage bis heute bestehen.

Die Citigroup will dieses Schicksal unbedingt vermeiden und setzt alles daran, das Jahr 2026 als das Jahr ihrer großen Wiedergeburt zu markieren. Sollte der Befreiungsschlag gelingen, könnte die Wall Street vor einer neuen Konsolidierungswelle stehen.

Mit einer Citigroup, die wieder auf Einkaufstour gehen darf, werden die Karten im globalen Finanzspiel völlig neu gemischt. Die Ära der Transformation neigt sich dem Ende zu – es beginnt die Ära der Jagd.

Finanzen / Unternehmen / Citigroup / Bankenregulierung / Trump-Politik / Wall Street / Consent Orders
[InvestmentWeek] · 07.02.2026 · 22:00 Uhr
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