Iran-Krieg

Trump bläst Reise ab - Iran-Diplomatie im Schwebezustand

25. April 2026, 23:49 Uhr · Quelle: dpa
Trump
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
Nach Trumps Ansicht haben die USA alle Trümpfe in der Hand.
Reise abgesagt: Erneut kommt es in Pakistan nicht zu direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Wie es jetzt weitergehen könnte.

Washington/Islamabad (dpa) - Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach der abgesagten Reise der US-Delegation weiterhin kein Fortschritt in Sicht. Zum zweiten Mal binnen einer Woche reisten die Verhandler der USA anders als geplant doch nicht nach Pakistan, um in einer zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran über ein Ende des Krieges zu beraten. US-Präsident Donald Trump begründete den Schritt mit zu langer Reisezeit und einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.

Teheran hingegen hatte schon zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei «sehr fruchtbar» gewesen, schrieb Araghtschi auf der Plattform X, er habe seine Ideen für eine dauerhafte Beilegung des Krieges übermittelt. In Richtung USA sagte er: «Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.»

Drohen jetzt erneute Kämpfe?

Nach der abgesagten Reise befindet sich die Diplomatie zur Beendigung des Krieges im Schwebezustand. Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist völlig unklar. Trump schrieb mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe «innerhalb ihrer "Führung" enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung.» Niemand wisse, wer das Sagen habe, «nicht einmal sie selbst».

Auf die Frage, ob die USA nun wieder zu den Waffen greifen, sagte Trump dem Portal «Axios»: «Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht.» Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach von einer weisen Entscheidung des Präsidenten und sagte, Trump gehe auf dem diplomatischen Weg die «Extrameile». Wenn nötig, sollten die USA ihre Angriffe auf den Iran aber wieder fortführen.

Geplant war zuvor, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reist, Vizepräsident JD Vance sollte anders als in der ersten Runde nicht dabei sein. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, teilte Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, am Freitag mit. Trump sagte nun, die lange Reise lohne sich nicht, nur um sich mit iranischen Verhandlern zu treffen, von denen vorher «niemals jemand gehört hat».

Keine Drohungen, keine neuen Fristen

Das vorgelegte Papier des Irans sei zu schlecht gewesen, sagte Trump weiter. «Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.» Trump sah in seinen Äußerungen von weiteren Drohungen oder Beleidigungen ab, stattdessen gab er sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, sagte er. «Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen».

Trumps Gebaren gegenüber Teheran hat sich damit deutlich gewandelt: Noch vor kurzem baute er auf maximalen militärischen Druck, setzte Teheran Fristen und drohte damit, «eine ganze Zivilisation» auszulöschen, sollte sich die Führung nicht bewegen.

Drei Flugzeugträger - USA sammeln militärische Kräfte in der Region

Während Trump rhetorisch abrüstet, bündelt das US-Militär seine Kapazitäten in der Golfregion. Auch der Flugzeugträger «USS George H.W. Bush» befindet sich nach US-Angaben mittlerweile im Zuständigkeitsbereich des US-Regionalkommandos Centcom. Es ist demnach das erste Mal seit 2003, dass drei US-Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten eingesetzt werden. Die Schiffe umfassten über 200 Flugzeuge und 15.000 Matrosen und Marineinfanteristen.

Die USA wollen derweil mit einer Seeblockade den Druck auf Teheran erhöhen. Sie gilt für alle Schiffe, die aus einem iranischen Hafen kommen oder diesen als Ziel haben. Der Iran attackiert derweil immer wieder Containerschiffe, die sich durch die Straße von Hormus bewegen. Der Verkehr durch die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist seit Beginn des Krieges nahezu zum Erliegen gekommen.

Mark Pfeifle, ein früherer Berater von Präsident George W. Bush, sagte dem Sender Al Jazeera, Trump setzte nach der Absage weiterhin auf Druck - aber auf ökonomischen. Die US-Seite versuche, die iranische Wirtschaft zu knebeln, während der Iran versuche, die Weltwirtschaft über die Straße von Hormus zu stören. «Wir befinden uns derzeit in einer Pattsituation. Und beide Seiten versuchen herauszufinden, wer mehr Druck ausüben kann und wer zuerst einknicken wird.»

Konflikte / Krieg / Iran / USA / Israel / Diplomatie / Trump
25.04.2026 · 23:49 Uhr
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