Trügerische Aufhellung: Metall- und Elektroindustrie im Spannungsfeld von Großaufträgen und Stellenabbau

Ein beachtliches Auftragsplus aus neuen Großaufträgen im Verteidigungssektor sorgte Ende 2025 für einen Lichtblick in der gebeutelten Metall- und Elektroindustrie. Doch die positiven Vorzeichen täuschen nicht darüber hinweg, dass die gesamte Branche auch weiterhin mit düsteren Aussichten kämpft.
Laut Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, war das vergangene Jahr ein besonders herausforderndes: Monatlich gehen nahezu 10.000 Arbeitsplätze verloren. Dieser Negativtrend bestätigt sich nunmehr im zweiten Rezessionsjahr in Folge, wobei die Kennzahlen zeigen, dass die Auftragslage, abgesehen von den staatlich gestützten Rüstungsprojekten, erheblich schwächelt. Im November 2025 beschäftigte die Branche laut Verbandsangaben rund 3,8 Millionen Menschen, was einem Rückgang von 102.600 Arbeitsplätzen beziehungsweise 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Trotz eines leichten Produktionszuwachses von 2,1 Prozent im letzten Quartal 2025 bleibt die Umsatzentwicklung mit 0,6 Prozent nahezu stagnierend, während der Absatz gar um 0,8 Prozent nachgab. Doch für die Zukunft blicken die Unternehmen weiterhin skeptisch in die kristalline Kugel: Die Branche muss sich auf einen erneuten Produktionsrückgang von 0,5 bis 1,5 Prozent und den Verlust von weiteren 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätzen einstellen.

