Trübe Aussichten für den deutschen Maschinenbau: Herausforderungen im Inland und Ausland
Der deutsche Maschinenbau sieht sich aktuell mit hohen Kosten im Inland und steigenden Handelshürden im Ausland konfrontiert, was die Stimmung in der Branche merklich eintrübt. In einer aktuellen Konjunkturumfrage des Branchenverbandes VDMA bezeichnete ein Drittel der 877 befragten Unternehmen die derzeitige Lage als 'schlecht' oder 'sehr schlecht'. Zudem erwartet über die Hälfte kein wirtschaftliches Aufleben in den kommenden sechs Monaten, während beinahe jedes fünfte Unternehmen von einer weiteren Verschärfung der Situation ausgeht.
Die anhaltenden Zollkonflikte mit den USA und der wachsende Konkurrenzdruck aus China belasten den Maschinen- und Anlagenbau zusätzlich. Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des VDMA, sieht in der Schwäche wichtiger Kundenbranchen wie der Automobilindustrie einen weiteren signifikanten Belastungsfaktor. Dies betrifft insbesondere Bereiche wie Werkzeugmaschinen, Robotik + Automation und Präzisionswerkzeuge.
Doch nicht allein im Inland stoßen Unternehmen auf Hürden; auch im Auslandsgeschäft ziehen höhere Zölle die exportstarke Branche in Mitleidenschaft. Der Wirtschaftsdruck macht sich auch bei den Umsatzzahlen bemerkbar. Rund 35 Prozent der Maschinenbauer erwarten für dieses Jahr einen nominalen Umsatzrückgang. Für mehr als ein Viertel der befragten Firmen scheinen zumindest stabile Erlöse realisierbar, während 38 Prozent sogar von einem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr ausgehen.
In Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen prognostiziert der VDMA eine Fortsetzung des Personalabbaus. Obwohl mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Beschäftigtenzahl stabil halten möchte, sieht sich über ein Viertel zum Abbau gezwungen. Zum 30. Juni beschäftigten Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern rund 1,01 Millionen Menschen, und der Verband schätzt, dass Ende 2024 inkl. kleiner Betriebe über 1,2 Millionen Menschen in der Branche tätig sein werden.

