Sänger von Black Sabbath

Trauer um Ozzy Osbourne - «Platz im Pantheon der Rockgötter»

23. Juli 2025, 13:11 Uhr · Quelle: dpa
Ozzy Osbourne, der legendäre Frontmann von Black Sabbath, verstarb im Alter von 76 Jahren. Seine Musik und sein Erbe prägen weiterhin die Rockgeschichte.

London (dpa) - Weit über die Heavy-Metal-Szene hinaus trauert die Musikwelt um Ozzy Osbourne. Der legendäre britische Sänger und Reality-TV-Star starb am Dienstag im Alter von 76 Jahren, wie seine Familie mitteilte.

Als Mitbegründer der Band Black Sabbath galt Osbourne als einer der ersten Vertreter des Genres - und als einer der schillerndsten. Black-Sabbath-Kollege Tony Iommi schrieb im Kurznachrichtendienst X: «Ich kann es einfach nicht glauben!» Es sei eine so herzzerreißende Nachricht, dass ihm die Worte fehlten, so der 77-Jährige.

Auf dem Instagram-Account von AC/DC war zu lesen: «So traurig! Ein großer Verlust für alle, die ihn geliebt haben.» Dazu postete die Band ein Foto Osbournes aus früheren Tagen.

«Wir haben unseren lieben Freund heute verloren», hieß es auf dem offiziellen X-Account der Band Motörhead. Ozzy sei ein Pionier und eine treibende Kraft für alle im Hardrock und Metal sowie ein klasse Typ gewesen. Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister, ein enger Freund von Osbourne, war bereits 2015 gestorben.

Popstar Elton John (78) würdigte Osbourne als «echten Freund und gigantischen Wegbereiter, der seinen Platz im Pantheon der Rockgötter gesichert hat». Die Nachricht habe ihn sehr traurig gemacht, schrieb Elton John und postete dazu ein Foto, das die beiden Stars Seite an Seite zeigt.

Rod Stewart (80) postete eine augenzwinkernde Botschaft. «Bye, Bye Ozzy. Schlaf gut mein Freund. Wir sehen uns da oben - eher später als früher.»

Erst vor wenigen Wochen gab er ein umjubeltes Abschiedskonzert

Der Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood (78) schrieb auf X: «Ich bin so traurig über die Nachricht vom Tod Ozzy Osbournes.» Das Konzert vor wenigen Wochen in Birmingham sei ein wunderbarer Abschied für den Sänger gewesen. Queen-Gitarrist Brian May (78) bezeichnete den Auftritt als «gloriosen Weg, auf Wiedersehen zu sagen». Die Welt werde «Ozzys einzigartige Präsenz und furchtloses Talent vermissen».

Erst vor wenigen Wochen hatte Osbourne, der an Parkinson erkrankt war, ein umjubeltes Abschiedskonzert in seiner Heimatstadt Birmingham gegeben. Ex-Van-Halen-Sänger Sammy Hagar (77), der bei dem Konzert ebenfalls auf der Bühne gestanden hatte, schrieb: «Wow! Das macht ihn zu einer Kategorie für sich. Wenn das kein Beweis für Hingabe und Loyalität gegenüber seinen Fans ist. Das wird ihm keiner nachmachen!»

Auch Metallica waren in Birmingham aufgetreten. «Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, was Ozzy Osbourne für Metallica bedeutet hat», teilte die US-Metal-Band jetzt mit. «Held, Ikone, Pionier, Inspiration, Mentor und vor allem Freund – das sind nur einige Begriffe, die uns in den Sinn kommen.» 

An einer Mauer mit einem Black-Sabbath-Wandgemälde in Birmingham, das kurz vor dem letzten Konzert enthüllt wurde, legten Dutzende Fans Blumen ab, um ihrem Idol zu gedenken. Osbourne hatte die sogenannte Sabbath Wall vor kurzem noch signiert.

In einer Mitteilung seiner Familie hieß es: «Mit mehr Trauer, als Worte ausdrücken können, müssen wir mitteilen, dass unser geliebter Ozzy Osbourne heute Morgen gestorben ist. Er war bei seiner Familie und von Liebe umgeben.» Die Familie bat darum, die Privatsphäre zu respektieren.

Die BBC berichtete unter Berufung auf seinen Publizisten, er sei in Großbritannien gestorben. Osbourne und seine Familie lebten seit den frühen 2000ern im US-Bundesstaat Kalifornien, doch er habe stets eine Basis im Land seiner Geburt behalten, so die britische Rundfunkanstalt.

Ex-Fußballer David Beckham schrieb auf Instagram: «So traurig, Ozzy von uns gehen zu sehen. Danke, dass du uns unterhalten hast.» Der Hollywood Walk of Fame kündigte eine Zeremonie mit Blumen auf dem Stern Osbournes in Los Angeles an. «Ozzy Osbourne war mehr als eine Rocklegende — er war eine kulturelle Ikone, die die Musik transformiert und sich den Erwartungen widersetzt hat.»

Als Sänger von Black Sabbath weltberühmt geworden

Internationalen Ruhm erlangte Osbourne in den 70er Jahren als energiegeladener Frontmann von Black Sabbath. Die einflussreiche Heavy-Metal-Band wurde 1968 in Birmingham gegründet. Dort war Osbourne am 3. Dezember 1948 in einem Arbeiterviertel zur Welt gekommen.

Mit ihrem düsteren, schweren Sound, den harten Gitarrenriffs und den zynischen Texten wurden Black Sabbath zu Pionieren des Genres. Zu ihren bekanntesten Songs zählen «Paranoid», «Iron Man» und «War Pigs».

Osbournes markante, nasale Stimme war neben dem düsteren Gitarrensound von Tony Iommi das prägende Element der Musik. Auf der Bühne agierte der Showman neben dem eher introvertierten Leadgitarristen und dem fast stoischen Bassisten Geezer Butler wie ein Wahnsinniger, hüpfte auf der Bühne herum und klatschte wild in die Hände. Wegen Drogen- und Alkoholproblemen feuerte ihn die Band 1979.

Solokarriere und viele Skandale

Mit Hilfe seiner Managerin Sharon Arden, die er später heiratete, startete Osbourne eine Solokarriere. Mit Hits wie «Crazy Train», «Mr. Crowley» oder «I Don’t Know» wurde gleich sein Debütalbum «Blizzard of Ozz» (1980) ein kommerzieller Erfolg. Insgesamt soll der skandalumwitterte Rockstar etwa 100 Millionen Platten verkauft haben.

Sein wildes Auftreten, das Spiel mit der Provokation und mit Horror-Elementen begeisterte die Fans, verschreckte aber besonders in den USA konservative und religiöse Gruppen.

Immer wieder sorgte der Musiker für Kontroversen. Bei einem Konzert biss er einer Fledermaus, die ein Zuschauer auf die Bühne geworfen hatte, den Kopf ab, weil er sie für ein Gummitier hielt. Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, ein Teufelsanbeter zu sein, doch Osbourne wies das stets zurück, mit schwarzer Magie habe er nichts am Hut.

Tatsächlich hatte Osbourne die düsteren Anspielungen oft mit einem Augenzwinkern versehen. Viele seiner Fans sahen darin eher eine spielerische Art, mit den dunklen Seiten des Lebens und dem Tod umzugehen, als ernstzunehmenden Okkultismus. In einem Interview des «Guardian» bezeichnete sich Osbourne selbst als Christ.

Zweite Karriere als Reality-Star

Einem jüngeren Publikum ist er vor allem als exzentrischer Familienvater aus der preisgekrönten Doku-Soap «The Osbournes» bekannt. 2002 konnte die Welt seine Ehe und das verrückte Leben mit den nicht weniger schillernden Kindern Kelly und Jack hautnah miterleben, als sich die Osbournes Tag und Nacht für MTV filmen ließen. Das half auch seiner musikalischen Karriere.

Auch mit Black Sabbath tat er sich mehrfach wieder zusammen. 2013 schnellte die Band mit der Comeback-Platte «13» wieder an die Spitze der Charts, bevor sie sich 2016 und 2017 mit ihrer «The End Tour» von ihren Fans verabschiedeten. Kurz darauf begann Ozzy Osbourne seine eigene Abschiedstour als Solokünstler, die er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste.

Gesundheitliche Probleme und ein letzter Abschied

In den letzten Jahren hatte der legendäre Frontmann, der bürgerlich John Michael Osbourne hieß, mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2019 war bei ihm Parkinson diagnostiziert worden.

Zuletzt erfüllte er sich einen lange gehegten Traum und trat am 5. Juli ein letztes Mal auf. Im Stadion Villa Park in seiner Heimatstadt Birmingham gab er ein großes Abschiedskonzert. Er absolvierte es im Sitzen und konnte nur noch wenige Hits singen - doch vielen Fans standen die Tränen in den Augen.

Musik / Leute / Todesfälle / Großbritannien / USA
23.07.2025 · 13:11 Uhr
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