Transportsektor vor Herausforderungen: Rückgang der Frachtlieferungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Raten
Neue Daten von Cass Information Systems zeigen einen Rückgang der Frachtlieferungen im Mai, der die gewöhnlichen saisonalen Trends unterbietet. Gleichzeitig gelang es den Spediteuren, die Preise erfolgreich anzuheben, während die Handelskonflikte zu schwinden scheinen.
Der multimodale Versandindex von Cass sank von April bis Mai um 0,4 % (saisonbereinigt um 3,4 %) und war 4 % niedriger als im Vorjahr. Dieses Abwärtsverhältnis hält sich nun bereits seit 28 Monaten stabil. Der Bericht hebt hervor, dass der Handelskonflikt unterschiedliche Auswirkungen hat. Zwar stützt der vor Umtarifierung erhöhte Konsum weiterhin die Nachfrage, doch die negativen Folgen sind in den Mai-Daten teilweise sichtbar.
Die zuvor gestiegene Lagerbestückung beginnt nun abzunehmen, und die Vorräte werden in den kommenden Monaten zunehmend schwinden. Diese Erkenntnisse korrelieren mit Kommentaren von Managern intermodaler Spediteure auf einer Investorenkonferenz. Obwohl der Frachtmarkt noch nicht zur normalen Saisonalität zurückgekehrt ist, scheinen sich die befürchteten Worst-Case-Szenarien nicht zu bewahrheiten.
Die Frachtkosten bei Cass, die den gesamten Frachtaufwand einschließlich Treibstoff abbilden, stiegen sequenziell um 1,4 % (saisonbereinigt um 1,2 %), was einem Anstieg von 0,8 % im Jahresvergleich entspricht. Dies markiert den zweiten jährlichen Anstieg in Folge nach 26 Monaten des Rückgangs. Der Dieselpreis war im Mai um 8 % niedriger im Jahresvergleich.
Durch den Abgleich von Änderungen bei Sendungen und Ausgaben zeigen sich reale Frachtpreise um etwa 5 % höher sequenziell und im Jahresvergleich. Aktuell bewegt sich das Frachtaufkommen in Richtung LKW-Vollladung, weg von Teilladungen. Der TL Linehaul Index von Cass, der Raten ohne Treibstoff- und Nebenkostenzuschläge analysiert, stieg um 0,6 % im Jahresvergleich (um 0,8 % sequenziell gefallen). Dies markiert den fünften jährlichen Anstieg in Folge.
Der Bericht warnt davor, dass die Auswirkungen der Tarife noch nicht vollständig zu spüren seien. Auch wenn die Frachtraten steigen, reiche dies noch nicht aus, um die breiteren Kostenbelastungen auszugleichen. Die Handelskonflikte könnten die derzeitige Flaute im Frachtgeschäft weiter verstärken, da höhere Preise die Erschwinglichkeit von Gütern mindern und die Realeinkommen der Verbraucher reduzieren.

