Transnistrien bittet um "Schutz": Separatistengebiet wendet sich an Russland
Inmitten geopolitischer Spannungen eruieren die prorussischen Führungskräfte Transnistriens neue Möglichkeiten der Unterstützung durch Russland. Der Abwehrkongress der international isolierten Region stimmte für das Anrufen des russischen Föderationsrates und der Staatsduma zum Thema "Schutzmaßnahmen für Transnistrien". Konfrontiert mit zunehmendem Druck vonseiten der Republik Moldau, strebt das an die Ukraine angrenzende Gebiet nun offen nach Rückhalt durch die russischen Legislativeinrichtungen.
Während die konkreten Erwartungen Transnistriens an Moskau noch im Unklaren liegen, blieb eine offizielle Antwort Russlands bisher aus. Die Situation könnte Gewicht auf die Regionalpolitik legen, zumal beschorgte Stimmen in der Republik Moldau verstummen müssen, die den potenziellen Wunsch einer Ausweitung russischer Aggressionsbestrebungen auf ihr Staatsgebiet befürchten.
Die sich vertiefende Unruhe resultiert nicht zuletzt aus der historischen Präsenz russischer Militärkräfte in Transnistrien seit den 90er Jahren. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich die moldauische Regierung wiederholt als äußerst skeptisch offenbart. Experten beschuldigen Russland des weiteren, bewusst zu einer Destabilisierung der Region beizutragen.
Die Situation wird durch das Aufgreifen von Interessen russischer Staatsbürger in Transnistrien durch dessen Machthaber zusätzlich brisant. Allerdings hat der Kreml bis jetzt derartige Argumente der prorussischen Separatisten nicht zum Anlass genommen, Transnistrien als unabhängige Nation anzuerkennen, wenngleich russische Militärdoktrin Interventionen zum Schutz russischer Staatsangehöriger auch jenseits der eigenen Grenzen legitimiert. (eulerpool-AFX)

