Transatlantischer Deal: US-Unternehmen erwirbt deutschen Terminalbetreiber TanQuid
In einem wegweisenden Schritt hat das US-Unternehmen Sunoco LP, eine Tochter des Großkonzerns Energy Transfer unter der Leitung des US-Milliardärs Kelcy Warren, die deutsche Firma TanQuid übernommen. Mit dieser Übernahme greift Sunoco nach einem bedeutenden Anteil der deutschen und polnischen Energieinfrastruktur, wobei der Fokus auf Tanklagern und Pipelines liegt. Laut eigenen Angaben ist TanQuid der führende unabhängige Terminalbetreiber Deutschlands mit einer beachtlichen Präsenz an 15 Standorten in Deutschland und einem weiteren in Polen.
Das Bundeswirtschaftsministerium genehmigte den Erwerb unter rigorosen Bedingungen, die die Kontinuität der Versorgung sicherstellen sollen. Die Sprecherin des Ministeriums betont, dass alle Sicherheitsaspekte sorgfältig geprüft wurden, bevor dem Geschäft unter Auflagen zugestimmt wurde.
Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der politischen Sensibilität dieses Deals, insbesondere da rund 20 Prozent der deutschen Tanklagerkapazitäten und über tausend Kilometer strategisch wichtiger Pipelines nun unter amerikanische Kontrolle geraten. Besonders brisant: Die mitübernommene Fernleitungs-Betriebsgesellschaft liefert Kerosin für deutsche Militärflugplätze. Diese Entwicklung sorgt für Unbehagen angesichts der bereits angespannten transatlantischen Beziehungen, die durch verschiedene politische Manöver, wie etwa der Zollpolitik der Trump-Ära, zusätzlich belastet wurden.
Kritik an der Übernahme kommt auch von Greenpeace. Die Organisation äußert scharfe Kritik an der Bundesregierung für die Genehmigung und warnt vor potenziellen Sicherheitsrisiken sowie klimapolitischen Folgen, denn der Übergang dieser Infrastruktur in die Hände eines US-amerikanischen Unternehmens wird als fahrlässig angesehen.

