Transatlantische Spannungen: EU berät über Reaktion auf Trumps Grönland-Pläne
Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Grönland in die Vereinigten Staaten einzugliedern und als Druckmittel Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische NATO-Staaten zu verhängen, hat die EU in Aufruhr versetzt. In Brüssel kamen Vertreter der EU-Staaten auf Botschafterebene zusammen, um mögliche Reaktionen auf diesen scheinbaren Erpressungsversuch zu erörtern. Ab Februar sollen 10 Prozent Zoll auf in die USA exportierte Waren erhoben werden, ab Juni sogar 25 Prozent.
Trotz dieser Drohungen möchten die europäischen Staaten nicht nachgeben. Ein EU-Sondergipfel wird in Erwägung gezogen, möglicherweise als Online-Konferenz. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte eine entschlossene und koordinierte Reaktion an, möglicherweise mit Hilfe des sogenannten Anti-Coercion Instruments (ACI).
Frankreich signalisierte bereits, die Aktivierung dieses als 'Handels-Bazooka' bekannten Instruments zu unterstützen. Dadurch könnten Gegenmaßnahmen wie Vergeltungszölle oder Ausschluss amerikanischer Unternehmen von öffentlichen Aufträgen ergriffen werden. In der Erklärung der betroffenen Staaten wird darauf hingewiesen, dass Drohungen die transatlantischen Beziehungen gefährden könnten.
Außenminister Johann Wadephul betonte, dass Zölle zwischen Verbündeten die falsche Antwort seien und als 'Gift für das transatlantische Verhältnis' wirken könnten. Vizekanzler Lars Klingbeil untermauerte die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Reaktion.
Neben europäischen Stimmen äußerten sich auch US-amerikanische Politiker kritisch. Im US-Kongress deuteten die oppositionellen Demokraten Widerstand gegen Trumps Zollpläne an. Senator Chuck Schumer plant, die angekündigten Zölle gesetzlich zu blockieren, um weiteren Schaden zu vermeiden.

