Krieg in der Ukraine

Tote nach russischem Raketenangriff auf Hochhaus in Dnipro

14. Januar 2023, 22:25 Uhr · Quelle: dpa
Es sind laut Präsidentenbüro die ersten größeren russischen Raketenangriffe seit dem Jahreswechsel. Neben Kiew sind viele weitere Städte betroffen. In Dnipro gibt es Tote in einem Wohnhaus.

Dnipro (dpa) - Bei einem russischen Raketenangriff auf ein bewohntes Hochhaus in der ukrainischen Großstadt Dnipro sind nach vorläufigen Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. 64 Menschen wurden verletzt, darunter mindestens 12 Kinder, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Zuvor war von fünf Toten und 60 Verletzten die Rede gewesen. Unter den Toten ist auch ein 15 Jahre altes Mädchen, hieß es. Es gebe noch Überlebende in den Trümmern, die SMS absetzten oder einfach um Hilfe riefen, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte.

Rettungskräfte zogen die Menschen aus den Trümmern des teils eingestürzten Hauses. Insgesamt seien 72 Wohnungen zerstört worden; insgesamt seien dort zwischen 100 und 200 Menschen gemeldet gewesen. Das seien beunruhigende Zahlen, hieß es.

Die Suche nach Verschütteten ging weiter. Mehr als 1000 Menschen müssten in warmen Unterkünften versorgt werden, hieß es. In den Trümmern signalisierten verschüttete Bewohner in der Dunkelheit nach ukrainischen Medienberichten auch mit ihren Taschenlampen an Mobiltelefonen, wo sie sich unter den Trümmern befanden, um gerettet zu werden. Viele schrien auch, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu hören war.

Die Präsidialverwaltung in Kiew veröffentliche Fotos und Videos von dem in Trümmern liegenden Gebäude. Der Leiter des Präsidialamts in Kiew, Andrij Jermak, zeigte sich entsetzt: «Russen sind Terroristen, die bestraft werden für alles. Alle - ohne Ausnahme.» Er sagte, dass die Flugabwehr und Luftstreitkräfte ihre Arbeit erledigten. «Wir werden zurückschlagen», betonte er. Der Feind ändere seine Taktik nicht und setze seine Schläge gegen die zivile Infrastruktur fort.

Selenskyj spricht von «russischem Terror»

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte ebenfalls den «russischen Terror». Mit Blick auf die Bergungsarbeiten sagte er: «Wir kämpfen um jeden Menschen, um jedes Leben.» Die Verantwortlichen für diese Bluttat würden gefunden und betraft.

Der Raketeneinschlag in Dnipro war der folgenreichste von mehreren Angriffen am Samstag. Es war der erste russische Großangriff dieser Art seit dem Jahreswechsel. Das ukrainische Militär teilte mit, dass von 38 russischen Raketen am Samstag 25 abgeschossen worden seien.

Zuvor hatten die ukrainischen Luftstreitkräfte vor möglichen neuen Angriffen gewarnt. Demnach waren zahlreiche russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 tagsüber in der Luft. Im Schwarzen Meer hatten zudem russische Kriegsschiffe Stellung bezogen, von denen ebenfalls immer wieder Raketen abgefeuert werden.

Im ganzen Land galt zeitweise Luftalarm. Neben zahlreichen Regionen, darunter Odessa im Süden, Charkiw im Osten und Lwiw (Lemberg) im Westen, war einmal mehr auch die Hauptstadt Kiew betroffen von dem Beschuss. Es gab mehrere Explosionen. Die Menschen wurden aufgefordert, Schutz zu suchen.

Feuer in Kiew und viele Stromausfälle

Behörden berichteten auch von neuen gezielten Angriffen auf die Energie-Infrastruktur. Vielerorts kam es zu Stromausfällen, die Menschen saßen im Dunkeln.

Bereits am Morgen gingen nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko auch Raketentrümmer in der Hauptstadt nieder. Ein Brand in einem unbewohnten Gebäude wurde gelöscht. Am Nachmittag berichteten Medien von einer Rauchwolke am Hauptbahnhof der Millionenmetropole.

Seit Mitte Oktober hat Russland in zahlreichen Großangriffen vor allem Objekte des ukrainischen Energiesystems angegriffen. Wegen der massiven Zerstörungen der Infrastruktur gibt es vielerorts Stromausfälle, von denen Millionen Menschen betroffen waren. Die ukrainische Regierung wirft Russland «Terror» vor - mit dem Ziel, das Land in Dunkelheit und Kälte zu stürzen. Kiew beschuldigt Kremlchef Wladimir Putin, die Menschen so in die Flucht treiben zu wollen, um die Lage in der EU durch Masseneinwanderung zu destabilisieren.

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14.01.2023 · 22:25 Uhr
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