«Tötungsfantasien übelster Art»: Urteil nach brutalem Mord

02. Februar 2021, 18:57 Uhr · Quelle: dpa

Hannover (dpa) - In Handschellen werden sie hereingeführt, das Gesicht hinter der Schutzmaske verborgen, und starren wie gebannt auf den Richter. Keine Regung, kein Wort.

Hass brachte ein junges Paar nach Überzeugung des Landgerichts Hannover dazu, einen 28-Jährigen aus Bielefeld mit mehr als 100 Messerstichen zu ermorden. Das Urteil: Die 26-Jährige muss für 9 Jahre hinter Gitter, ihr 24 Jahre alter Freund für 14 Jahre. Der junge Mann werde in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, weil er für die Allgemeinheit gefährlich sei, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Joseph am Dienstag. Beide hätten Asperger-Autismus, beider Steuerungsfähigkeit sei gestört. (Az.: 96 KLs 18/20)

«Tötungsfantasien übelster Art» und massive Drohungen gegen das spätere Opfer habe der Mann in Chats mit seiner Freundin geäußert, sagte der Richter. Er habe «gezeigt, wie er wirklich ist», erklärte Joseph. Nämlich voller Hass, enttäuscht davon, dass er mit seinem IT-Berufswunsch scheiterte und beseelt von dem Wunsch nach Rache.

Was war passiert? Die junge Frau hatte den 28-Jährigen, das spätere Opfer, im Internet kennengelernt, Anfang 2019 trafen die beiden sich erstmals. Nachdem der Bielefelder die Beziehung nach kurzer Zeit beendete, zeigte die Frau ihn wegen Vergewaltigung an. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld stellte das Verfahren ein. «Was zwischen Ihnen passiert ist, dürften wir nie erfahren», sagte der Richter. Ob es wirklich eine Vergewaltigung war, bleibe unklar, die 26-Jährige sei aber danach noch eine Woche in der Wohnung des Mannes geblieben: «Da kann es schon mal sein, dass ein Verfahren eingestellt wird.»

Im April 2020 lockte die Frau zusammen mit ihrem neuen Freund, dem 24-Jährigen, das Opfer nach Hannover. «Sie haben ihm eine Falle gestellt», sagte Joseph. Sie habe so getan, als könne ihr Ex-Freund sich ihr noch einmal nähern. Der 24-Jährige besorgte ein japanisches Kurzschwert, laut Gericht messerscharf geschliffen. Man vereinbarte einen Termin für ein Treffen, die junge Frau bot an, ihn von der Straßenbahn abzuholen - gleichsam als vertrauensbildende Maßnahme. Hätte sie sich dazu nicht entschieden, könnte der Mann möglicherweise noch leben, meinte der Richter. «Das nennt man Heimtücke.»

In der Wohnung des 24-Jährigen überwältigte der junge Mann das Opfer mit Pfefferspray, dann tötete er es - mit Stichen in den Oberkörper, in den Hals. Schon die Zahl der Stiche sei nicht mit Notwehr in Einklang zu bringen, sagte der Richter. Der 24-Jährige hatte nämlich behauptet, sein Opfer habe ihn mit dem Schwert angegriffen und an der Hand verletzt. Der junge Mann besorgte einen Koffer, um die Leiche zu einem Friedhof zu bringen und dort notdürftig zu verscharren.

Reue oder Bedauern habe keiner der beiden gezeigt - und es seien weitere Taten von dem 24-Jährigen zu erwarten, der im Chat auch andere Menschen bedroht habe; es gab eine ganze Liste. In der psychiatrischen Klinik werde darüber zu sprechen sein, sagte der Richter: «Das wird sicher dauern, daran zu arbeiten.»

Kriminalität / Prozesse / Urteil / Heimtücke / Mord / Deutschland / Niedersachsen
02.02.2021 · 18:57 Uhr
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