T�dliche Irrfahrt durch den Schwarzwald
Ihre Leiche wurde am Sonntag von einer Spazierg�ngerin in einem Fluss bei Villingen-Schwenningen (Baden-W�rttemberg) entdeckt, einen Tag sp�ter wurden die Ermittlungen abgeschlossen.
�Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Wir haben ihn verloren�, sagt am Montag Polizeisprecher Wolfgang Schoch, als er die Akten schlie�t. Die 61 Jahre alte Frau, die wegen einer fr�heren Erkrankung unter Ged�chtnisverlust und Orientierungslosigkeit litt, galt bereits seit Donnerstag als vermisst. Sie wollte zur Therapie, stieg aber in Tuttlingen in den falschen Zug ein.
Ein Fehler mit t�dlichen Folgen: Mit verschiedenen Z�gen und zu Fu� irrte sie Tag und Nacht auf einer Distanz von mehr als 130 Kilometern umher, durchquerte drei Landkreise. Die Polizei suchte fieberhaft und mit einem Gro�aufgebot nach ihr. Doch ohne Erfolg.
�Die Frau war nicht in der Lage, auf ihre hilflose Lage aufmerksam zu machen�, sagt Schoch. Zwar besuchte sie mehrere Gastst�tten, um dort auf die Toilette zu gehen. Aber als die Wirte aufmerksam wurden, war die Frau schon wieder verschwunden. Suchhunde nahmen die F�hrte auf. In den un�bersichtlichen und menschenleeren Waldgebieten des Schwarzwalds verlor sich die Spur. �Sie hat vier Tage lang nichts gegessen und getrunken�, sagt Schoch. �Zudem ist es nachts im Schwarzwald noch sehr kalt.�
Als die Kr�fte schwanden, st�rzte die Frau einen Abhang hinunter in den Fluss. Dort starb sie. �Sie hat keine �u�eren Verletzungen, einzige Todesursache ist Ersch�pfung.� Selbstmord oder ein Gewaltverbrechen werden ausgeschlossen.
�In einer Gro�stadt w�re vielleicht fr�her jemand auf die Frau aufmerksam geworden�, sagt Schoch. In den W�ldern und abgelegenen T�lern des l�ndlich gepr�gten Schwarzwalds sei der Frau aber kaum jemand begegnet. Es k�nne daher niemandem ein Vorwurf gemacht werden. �Wir haben nicht den kleinsten Anhaltspunkt f�r unterlassene Hilfeleistung.�
Verwirrte und vermisste �ltere Menschen sind f�r die Polizei und Rettungsdienste eine wachsende Herausforderung. Weil die Gesellschaft �lter wird, steigt auch die Gefahr, dass alte und kranke Menschen die Orientierung verlieren und umherirren. �Unsere Gesellschaft muss sich darauf einstellen und sensibler werden�, sagt der N�rnberger Altersforscher Cornel Sieber. �Wir m�ssen wachsam sein und uns verantwortlich f�hlen.� Dies gelte auch f�r Senioreneinrichtungen, aus denen die Bewohner immer wieder verschwinden und dann gesucht werden m�ssen.

