TKMS: Neue Ära an der Frankfurter Börse
Nach einer langen Vorbereitungsphase ist es nun offiziell: TKMS, Deutschlands führender Hersteller für konventionelle U-Boote, betritt das Börsenparkett. Als Tochtergesellschaft des Essener Industriekonzerns Thyssenkrupp beginnt heute der Handel ihrer Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse.
Die Entscheidung, die Sparte Thyssenkrupp Marine Systems auszugliedern, fiel bereits im August auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Thyssenkrupp, als die Aktionäre dem Vorhaben zustimmten. Im Zuge dieser Abspaltung erhielten alle Anteilseigner der Thyssenkrupp AG, die am 17. Oktober Aktien hielten, automatisch Anteile an TKMS über ihre Depotbanken. Ein Anteilschein wird dabei für je 20 Thyssenkrupp-Aktien zugeteilt.
TKMS hat seine Wurzeln in der Kieler Werft HDW, einem Traditionsunternehmen, das bis ins Jahr 1838 zurückreicht. Interessanterweise war das Land Schleswig-Holstein zeitweilig Mitgesellschafter, bevor Thyssenkrupp 2005 die Werft in ihren Konzern integrierte. Heute lenkt Oliver Burkhard, früher Arbeitsdirektor bei Thyssenkrupp, die Geschicke des Unternehmens.
Zwar behält Thyssenkrupp über eine neue Holding weiterhin 51 Prozent der Anteile an ihrem Schiffs-Spin-off, dennoch markiert der Börsengang einen bedeutenden Schritt im restrukturierten Konzernumbau. Die Marinesparte hat bereits einen voluminösen Auftragsbestand: Zehn U-Boote der Klasse 212CD sind in Arbeit, wobei der Großteil für die deutsche Marine und ein Anteil für Norwegen bestimmt ist.
Die strategische Planung von TKMS umfasst möglicherweise die Absicherung eines Rüstungsauftrags aus Kanada, wo acht bis zwölf U-Boote in Auftrag gegeben werden sollen. Ein potenzieller Erfolg im Wettstreit gegen einen südkoreanischen Wettbewerber könnte einen positiven Schub nicht nur für die Werften in Kiel, sondern auch für Wismar mit sich bringen.

