Thyssenkrupp vor Umbruch: Gewerkschaften mahnen soziale Verantwortung an
Im Zuge der geplanten Neustrukturierung von Thyssenkrupp haben Arbeitnehmervertreter und IG Metall betont, dass soziale Verantwortung nicht nur eine Floskel sein darf. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Tekin Nasikkol, hob auf einer Konferenz in Essen die Erwartungen an eine faire und vernünftige Umsetzung des Umbaus hervor. Mit Blick auf die zahlreichen deutschen Standorte des Unternehmens mahnte er, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden müssten.
Thyssenkrupp plant, den Konzern in eine Holdingstruktur mit fünf eigenständigen Geschäftsfeldern zu transformieren. Neben der Stahl- und Marinesparte sollen künftig auch die Bereiche Autoteile, Werkstoffhandel und grüne Technologien an die Kapitalmärkte geführt werden. Das Management beabsichtigt, in allen Bereichen – mit Ausnahme der Stahlsparte, die in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden soll – die Mehrheit zu halten.
Zuspruch erhalten die Forderungen der Arbeitnehmer auch von IG Metall. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der Gewerkschaft und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei Thyssenkrupp, unterstrich die Notwendigkeit, den Beschäftigten im Zuge der Veränderungen Sicherheit und eine klare Zukunftsperspektive zu bieten. Er betonte, dass es in der Vergangenheit oft an Respekt gegenüber den Leistungen der Belegschaft und der einzigartigen Unternehmenskultur gemangelt habe.
Die Bedeutung von Mitbestimmung und sozialer Verantwortung wird zudem in einer Vereinbarung reflektiert, die zum Monatsende auslaufen wird. Diese Vereinbarung garantiert aktuell den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und regelt das Mitspracherecht bei Veräußerungen im Konzern. Die Gewerkschaft fordert, diese bewährten Regelungen im Rahmen der Umstrukturierung fortzusetzen.

