Thyssen-Krupp hält an Abbau von 11.000 Stellen fest – Sozialplanverhandlungen mit IG Metall in Vorbereitung
Thyssen-Krupp Steel Europe treibt den angekündigten Abbau von rund 11.000 Stellen konsequent voran. Der neue Personalvorstand Dirk Schulte kündigte gegenüber der WAZ an, dass „in Kürze“ Verhandlungen mit der IG Metall über einen Sozialplan starten sollen. Ziel sei es, über Maßnahmen wie Altersteilzeit, Abfindungen und Transfergesellschaften „sozialverträgliche Lösungen“ zu finden. „Die Zahl 11.000 steht“, stellte Schulte unmissverständlich klar.
Bereits im November 2024 hatte der Stahlkonzern öffentlich gemacht, innerhalb von sechs Jahren rund 40 Prozent der Belegschaft abzubauen – von knapp 27.000 auf 16.000 Beschäftigte. Davon sollen 5.000 Stellen bis Ende 2030 direkt in Produktion und Verwaltung wegfallen. Weitere 6.000 Arbeitsplätze sollen durch Auslagerungen an Dienstleister oder durch Geschäftsverkäufe entfallen.
Die IG Metall reagierte auf diese Pläne mit deutlicher Ablehnung. Noch im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft erklärt, man werde einem Sozialplan nur unter klaren Bedingungen zustimmen: Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen, Erhalt der Standorte und eine gesicherte Unternehmensfinanzierung. Ohne diese Zusagen will die Gewerkschaft keine konstruktiven Gespräche aufnehmen und kündigte bereits „erbitterten Widerstand“ an.
Die Gespräche dürften daher alles andere als geräuschlos verlaufen – zu tief sitzen die Differenzen über Tempo, Tiefe und Absicherung des Umbaus. Während das Unternehmen betont, es gehe um Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Stahlproduktion in Deutschland, pocht die Arbeitnehmerseite auf Beschäftigungssicherung und soziale Verantwortung. Die Tarifrunde droht zum nächsten Großkonflikt in der kriselnden deutschen Industrie zu werden.

