Tesla und IG Metall im Rechtsstreit: Ermittlungen gegen Werksleiter und Gewerkschaftssekretär

Ein Konflikt zwischen dem Elektroautobauer Tesla und der IG Metall sorgt für Aufsehen, nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) Ermittlungen gegen André Thierig, den Werksleiter des Tesla-Werks in Grünheide, aufgenommen hat. Diese wurden nach einer Strafanzeige der IG Metall wegen übler Nachrede eingeleitet. Die Anzeige ging bereits in der vergangenen Woche ein und hat in den Medien für Wirbel gesorgt.
Zeitgleich wendet sich das Blatt, denn auch Tesla hat rechtliche Schritte unternommen. Einem Gewerkschaftssekretär der IG Metall wird vorgeworfen, ohne Erlaubnis eine Betriebsratssitzung aufgezeichnet zu haben. Daher ermittelt die Staatsanwaltschaft ebenfalls gegen ihn wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes und möglichem Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz.
Unterdessen schaltete sich das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) ein, das über eine Einstweilige Verfügung der IG Metall gegen Werksleiter Thierig berät. Die Gewerkschaft strebt ein Verbot der Verbreitung angeblicher falscher Behauptungen seitens Tesla an. Eine Entscheidung in dem Fall wird am 26. Februar erwartet.
Die IG Metall wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe seitens Tesla. Der betroffene Gewerkschaftssekretär soll einen Betriebsrat ungewollt mit seinem eingeschalteten Laptop in Schwierigkeiten gebracht haben. Tesla hat die Vorwürfe konkretisiert und beruft sich auf Zeugen, welche die Aussage des Werksleiters Thierig stützen.
Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Tesla und IG Metall könnte sich angesichts des nahenden Betriebsratswahlkampfes weiter zuspitzen. Die Gewerkschaft setzt sich für einen Tarifvertrag in Europas einzigem Tesla-Werk ein, in dem rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, während Tesla dies weiterhin als unnötig abtut.

