Tesla robotaxis: Versprechungen, Überraschungen und regulatorische Hürden
Tesla-CEO Elon Musk hat im Juli die Anleger mit einem Update zu den Robotaxis angelockt: Nach einem kleinen Testlauf in Austin, Texas, plante Tesla die rasche Ausweitung fahrerloser Taxis auf Märkte wie die San Francisco Bay Area. Dabei äußerte Musk auf 'X', dass die Einführung in ein bis zwei Monaten erfolgen könnte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Tesla hatte die erforderlichen Genehmigungen für fahrerlose Taxis noch nicht beantragt, ein Prozess, der Jahre unter staatlicher Aufsicht dauern kann. Stattdessen wurden nur Fahrten in von Menschen gesteuerten Fahrzeugen für ausgewählte Gäste geplant. Diese sollten im Rahmen einer Genehmigung durchgeführt werden, die normalerweise für Limousinen verwendet wird und keine spontane Anforderung von Fahrten erlaubt.
Diese Neuigkeiten überraschten und alarmierten die Regulierungsbehörden stark. Ein Bericht über die bevorstehende Einführung der Bay Area-Robotaxis sorgte für große Verwunderung, wie aus E-Mails an kalifornische und bundesstaatliche Beamte hervorgeht. Die Beamten erwarteten von Tesla eine Klarstellung über das „öffentliche Durcheinander“. Die Tesla-Mitarbeiterin antwortete jedoch nur ausweichend und verwies darauf, dass Tesla sich nicht zu Medienanfragen äußere und Informationen bei Verfügbarkeit an Kunden weitergebe.
Elon Musk steht nun vor einem entscheidenden Moment: der anstehenden Abstimmung der Aktionäre über sein Vergütungspaket im kommenden November. Der Druck, die Robotaxis zu liefern, wird angesichts der Herausforderungen im Kerngeschäft der Elektromobilität immer größer. Musk sprach davon, die Robotaxis in naher Zukunft rapide zu expandieren, sodass sie „bis zum Jahresende die Hälfte der US-Bevölkerung bedienen“ könnten.
Expert:innen warnen, dass Tesla nicht den regulatorischen Aufwand und das rechtliche Risiko auf sich nehmen möchte, die mit den vollmundigen Versprechen einhergehen. Die kalifornischen Behörden drängen darauf, dass Tesla seine Kommunikation klar zwischen menschlich gesteuerten und autonom betriebenen Diensten unterscheidet – eine Forderung, die in der Praxis bisher schwach umgesetzt wird.

