Tesla in der Zwickmühle: Rekordverkäufe und Gewinneinbruch
Beim beliebten Elektroautobauer Tesla sorgte das Rekordquartal bei den Fahrzeugverkäufen nicht für die erhoffte Euphorie unter den Anlegern. Trotz eines historischen Absatzes büßte die Aktie im vorbörslichen Handel in New York um 3,3 Prozent ein, nachdem der bereinigte Gewinn im dritten Quartal um über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen war.
Analysten hatten mehr erwartet: Tesla verfehlte mit einem Gewinn von 50 Cent je Aktie die Prognosen, wie der UBS-Analyst Joseph Spak bemerkte. Die enttäuschenden Margen trotz beeindruckender Verkaufszahlen waren weniger eine Frage von Absatzproblemen, sondern von erhöhten strategischen Investitionen in Zukunftstechnologien. Jefferies-Analyst Philippe Houchois wies darauf hin, dass die Profitabilität durch einmalige Effekte beeinträchtigt wurde, während der Anstieg der Forschungsausgaben die künftige Innovationsstrategie Teslas verdeutlicht.
Diese strategischen Kosten werden von Marktbeobachtern jedoch als positives Signal gesehen. Matt Britzman von Hargreaves Lansdown betonte, dass höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung ein klares Bekenntnis zu den kommenden Produktgenerationen darstellen. Währenddessen verwies Houchois darauf, dass das traditionelle Elektroauto-Geschäft Teslas Kapital für bahnbrechende Technologien generieren soll.
Joseph Spak prognostiziert für das kommende Jahr Fortschritte im Bereich der Robotik und fahrerloser Taxis. RBC-Analyst Tom Narayan unterstrich, dass letztere bereits bald in Metropolen eingeführt werden könnten, trotz bestehender Herausforderungen im Robotik-Sektor. Die Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf den 6. November, wenn über das zukünftige Vergütungsmodell von Elon Musk entschieden wird, was laut Britzman ein "entscheidender Wendepunkt" für Tesla darstellen könnte.

