Tesla im Gegenwind: Herausforderungen und neue Perspektiven
Der einst unaufhaltsame Vorwärtsdrang von Tesla hat nun einen Dämpfer erhalten. Die Auslieferungen des Elektroauto-Pioniers sind im vergangenen Quartal um signifikante 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen, insgesamt wurden weltweit 418.227 Fahrzeuge ausgeliefert. Dieser Rückgang führte dazu, dass die Erwartungen der Anleger enttäuscht wurden, was sich unmittelbar im vorbörslichen Handel zeigte, indem der Aktienkurs sein Plus auf nur noch ein Prozent begrenzte.
Das Jahr 2025 markiert bereits das zweite Jahr in Folge mit rückläufigen Auslieferungen für Tesla, der Autokonzern verzeichnet einen Rückgang um 8,5 Prozent mit rund 1,64 Millionen ausgelieferten Wagen. Die einstige Blütezeit schien 2023 mit über 1,8 Millionen Fahrzeugen erreicht. Ein wesentlicher Faktor für den jüngsten Rückgang ist das Auslaufen der staatlichen Steuervergünstigung unter US-Präsident Donald Trump, die zahlreiche Käufer zuvor im Vorfeld noch genutzt hatten. Ein Effekt, der nicht nur Tesla, sondern auch andere Automobilhersteller betrifft.
Elon Musk, der charismatische Firmenchef von Tesla, stellt jedoch in Aussicht, dass die Zukunft der Firma nicht mehr nur im Autoverkauf liegt. Er betont vielmehr die Entwicklung selbstfahrender Robotaxis und menschenähnlicher Roboter als zukünftige Geschäftsfelder, obwohl beide Bereiche noch in den Kinderschuhen stecken und auf starke Konkurrenz treffen. Während Tesla in Austin, Texas, lediglich einige Dutzend Robotaxis testet, fährt die Google-Schwester Waymo mit über 2.500 autonomen Fahrzeugen groß auf.
Auch das politische Engagement von Musk führte zu Kontroversen. Im Laufe des Jahres sorgte er durch seine rigorosen Kostensenkungsmaßnahmen in Washington und seine politische Ausrichtung für Verstimmungen bei potenziellen Kunden. Parallel dazu standen Modellwechsel und der palindromisch wirkende Cybertruck vor neuen Herausforderungen, während Konkurrenzprodukte sich sowohl in den USA als auch in Europa wachsender Beliebtheit erfreuten.
Der Tesla-Rivale Rivian, bisher vorwiegend in Nordamerika tätig, erlebte einen starken Rückgang der Auslieferungen im vierten Quartal, die um knapp 31 Prozent auf 9.745 Einheiten sanken. Auch im Jahresvergleich verzeichnete Rivian ein Minus von 18 Prozent. Als Strategie für das kommende Jahr plant das Unternehmen die Einführung eines preisgünstigeren Modells zur Absatzsteigerung.

