Teheran in Unruhe: Anspannung und Unsicherheit prägen den Alltag
Die Hauptstadt Irans, Teheran, präsentiert sich am sechsten Kriegstag mit Israel als Stadt im Ausnahmezustand. Während viele Bewohner die Flucht ergriffen und die üblicherweise gut besuchten Straßen und Autobahnen merklich leerer geworden sind, bleiben an den Tankstellen lange Warteschlangen bestehen. Einige Menschen sehen sich gar gezwungen, die Nacht in ihren Fahrzeugen zu verbringen, um ihren Platz in der Schlange zu sichern und so ihre Mobilität zu gewährleisten.
Das öffentliche Leben in Teheran ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Geschäfte halten die Türen geschlossen, und obwohl Banken ihre Tore öffnen, sind sie außerstande, Bargeld auszuzahlen – ein Umstand, der die Normalität zusätzlich belastet. Doch die politische Landschaft ist in Bewegung: In Reaktion auf israelische Luftschläge versammelt sich zögerlich ein zaghafter Widerstand auf den Dächern großer Wohnkomplexe, untermalt von den Sprechchören der Unzufriedenheit gegen den Revolutionsführer. Die Ankunft von Sicherheitskräften führt jedoch meist zu einem raschen Rückzug der Protestierenden.
Präsident Masoud Peschkian beschwor unterdessen die Bedeutung der nationalen Einheit und rief die Bevölkerung zur Geschlossenheit auf. Er unterstrich, dass die Unterstützung des Volkes der Regierung Stabilität verleihen würde. Spekulationen über einen bevorstehenden Sturz der Regierung, angestoßen durch Reza Pahlewi – den Sohn des letzten Schahs –, sind jedoch vorerst unbegründet. Trotz medialer Aufmerksamkeit auf dessen Aufruf blieben größere Straßenproteste bislang aus.
Währenddessen verbreiten staatliche Medien triumphale Berichte über die iranischen Raketenangriffe, um die Bevölkerung zum Durchhalten zu motivieren.

