Technologieriese Oracle unter Druck: Wachstumspotential trotz Kursrückgang

Am US-Aktienmarkt sorgten die jüngsten Geschäftszahlen von Oracle für eine empfindliche Ernüchterung. Trotz eines beachtlichen Wachstums im Bereich der Künstlichen Intelligenz erlitten die Aktien an der New Yorker Börse einen erheblichen Rückgang von zeitweise bis zu 20 Prozent und fielen auf etwa 186 US-Dollar. Am Schluss verringerte sich das Minus auf knapp 14 Prozent.
Der Softwaregigant verzeichnete zwar beachtliche Gewinne im KI-Sektor, jedoch erfüllten die erzielten Wachstumsraten nicht die hohen Erwartungen der Analysten. Zudem belastete die Ankündigung geplanter Mehrausgaben für KI-Datenzentren die Stimmung der Investoren. Brent Thill von Jefferies kommentierte, dass der KI-Wachstumsmotor zwar laufe, Investoren jedoch die steigenden Kosten im Auge behalten sollten. Thills Perspektive ist dennoch optimistisch, da er die momentanen Kursschwankungen mehr als Chance denn als Risiko ansieht und sein Kursziel von 400 Dollar beibehält.
Tyler Radke von der Citigroup stimmte in den Tenor ein, dass die aktuellen Ergebnisse zwar hinter den Erwartungen zurückblieben, jedoch keineswegs auf mangelnde Nachfrage hindeuten. Vielmehr beschleunige sich das Wachstumsniveau weiter. Er betrachtet das Geschehen als übertrieben und sieht mit einem Kursziel von 370 Dollar nahezu eine Verdopplung der Aktie als realistisch an.
Im September hatte Oracle mit optimistischen Prognosen im Cloud-Geschäft eine wahre Kursrallye heraufbeschworen. Der Kurs kletterte anfangs um beachtliche 40 Prozent auf den neuen Höchstwert von über 345 Dollar, bevor er bald darauf wieder sank.

