Technologieimpulse aus Bilbao, Investition in Krefeld
Ormazabal und KREFELD BUSINESS setzen gemeinsame Impulse für zukunftsfähige Energieverteilung
Krefeld / Bilbao, Spanien, 30.04.2026 (PresseBox) -
- Delegation aus Krefeld: Ormazabal empfängt Wirtschaftsförderung am Produktions- und Forschungsstandort in Spanien
- Aktuelle Einblicke in Produktionsprozesse und technologische Entwicklungen
- Hintergrund des Besuchs: Ormazabal kooperiert mit KREFELD BUSINESS für neue Deutschlandzentrale
SF₆ freie Mittelspannungstechnik als technologischer Schlüssel
Beim Besuch eines Teils der Produktionsanlagen von Ormazabal in Spanien erhielt die Delegation Einblicke in hochmoderne Produktionslinien für Schaltanlagen der nächsten Generation. Gefertigt werden dort Lösungen für die sekundäre Stromverteilung mit F Gas freien Mittelspannungsschaltanlagen.
Mit dem schrittweisen europäischen Ausstieg aus dem Isoliergas SF6 wächst die Nachfrage nach SF6 freien Schaltanlagen deutlich. Netzbetreiber stehen vor der Herausforderung, bestehende Netzinfrastruktur schrittweise zu ersetzen und gleichzeitig Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Die Anforderungen an SF₆ freie Mittelspannungstechnik in Deutschland ergeben sich aus dem Zusammenspiel regulatorischer Vorgaben, hoher Sicherheitsansprüche gemäß VDE/FNN sowie den praxisnahen Spezifikationen der Netzbetreiber. Internationale IEC und VDE Normen bilden die Grundlage, werden in Deutschland jedoch häufig durch Technische Anschlussbedingungen (TAB), standardisierte Lastenhefte und langjährige Betriebserfahrung besonders konsequent umgesetzt. Ormazabal adressiert diese Anforderungen mit praxistauglichen Lösungen für den sicheren und effizienten Betrieb: Die SF₆ freien Schaltanlagen basieren auf „industrial natural air“ und kommen vollständig ohne F Gase aus. Gleichzeitig setzt das Unternehmen bewusst auf bewährte technische Parameter, um Kontinuität im Betrieb sicherzustellen, Risiken zu minimieren und Netzbetreibern einen verlässlichen Übergang zu SF₆ freien Technologien zu ermöglichen.
Einsatzbereiche sind unter anderem Industrieinfrastrukturen, kritische Einrichtungen sowie Anwendungen im Kontext der Energiewende wie Ladeinfrastruktur und erneuerbare Erzeugungsanlagen.
Ormazabal investiert in Standort Krefeld
Der Besuch in Bilbao war auch eine Möglichkeit, die Zusammenarbeit von KREFELD BUSINESS und Ormazabal zu intensivieren. Die Akteure von KREFELD BUSINESS unterstützen Ormazabal dabei, ihr Geschäft am Standort Krefeld auszubauen. Mit dem neuen Standort bündelt Ormazabal Engineering, Solutions, After Sales sowie industrielle Fertigungsanteile und etabliert damit einen zentralen Anpassungs und Technologiehub für Zentraleuropa. Ziel ist es, SF6 freie Lösungen gezielt an lokale regulatorische, technische und betriebliche Anforderungen anzupassen – mit kurzen Reaktionszeiten, hoher Serviceverfügbarkeit und einem klaren Fokus auf Automatisierung und Digitalisierung für den deutschen Markt.
Auf dem jüngst erworbenen Grundstück im Businesspark Fichtenhainer Allee entsteht künftig die neue Zentrale für Deutschland sowie Zentral und Osteuropa. Ormazabal investiert gezielt in moderne Infrastruktur und den nachhaltigen Ausbau seiner Aktivitäten auf dem deutschen Markt. Der Besuch der Wirtschaftsförderung in Bilbao war auch ein klares Bekenntnis zum Standort Krefeld.
Eckart Preen, Geschäftsführer von KREFELD BUSINESS, betont:
„Dass das Unternehmen Ormazabal gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten in eine neue Deutschlandzentrale investiert, ist ein starkes Signal für den Industriestandort Krefeld. Der Besuch im Baskenland war auch ein Zeichen der Wertschätzung für dieses Engagement und unterstreicht die langfristige Partnerschaft zwischen Ormazabal und dem Wirtschaftsstandort Krefeld.“
Gemeinsame Innovationsimpulse für den Wirtschaftsstandort Krefeld
Ein zentraler Programmpunkt des Besuchs war zudem der Austausch mit Koldo Atxutegi, Chief Innovation Officer von Ormazabal, zu Open-Innovation-Strategien und zur Zusammenarbeit mit Technologie-Start-ups. Aktuell bearbeitet das Unternehmen 23 Innovationsprojekte – von der konkreten Problemdefinition über Proofs of Concept bis zur Implementierung im operativen Betrieb. Bereits mehr als zehn Lösungen wurden erfolgreich umgesetzt, unter anderem im Bereich der künstlichen Intelligenz, etwa zur Optimierung von Lagerbeständen, für digitale Service- und Field-Reports oder interne Assistenzsysteme. Insgesamt investiert Ormazabal rund vier Prozent seines Umsatzes in Forschung, Entwicklung und Innovation und positioniert den Standort Bilbao als gruppenweiten Vorreiter für technologiegetriebene Kooperationen mit messbarem Mehrwert für den Netzbetrieb.
Auch KREFELD BUSINESS verfolgt Open Innovation Ansätze und kooperiert unter anderem mit der Wirtschaftsförderung BEAZ der Provinz Bizkaia. Ein gemeinsamer Besuch im B Accelerator Tower (BAT) in Bilbao – einem international ausgerichteten Gründungszentrum – diente dem Austausch über Best Practices in Innovationsmethodik, Gründungsförderung und institutioneller Vernetzung. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern wertvolle Impulse für die Standortentwicklung in Krefeld.
„Bilbao Effekt“: Herkunft mit Wirkung
Der Begriff „Bilbao Effekt“ beschreibt den erfolgreichen Wandel der baskischen Metropole Bilbao von einer klassischen Industriestadt hin zu einem international wahrgenommenen Innovations und Technologiestandort. Für Ormazabal ist dieser Effekt mehr als ein regionales Phänomen: Als Unternehmen mit Wurzeln im Baskenland überträgt Ormazabal die dort geprägten Prinzipien – industrielle Stärke, offene Innovationskultur und partnerschaftliche Zusammenarbeit – bewusst auf andere Standorte. Die Investitionen in Krefeld, der enge Austausch mit der Wirtschaftsförderung Krefeld sowie der gemeinsame Fokus auf Innovation zeigen, wie dieser Ansatz auch außerhalb Bilbaos Wirkung entfaltet.


