Tarifverhandlungen bei der Autobahn GmbH unter Spannung: Ein Warnschuss könnte folgen
Die Tarifverhandlungen bei der Autobahn GmbH des Bundes, die etwa 15.000 Menschen beschäftigt, nehmen an Schärfe zu. Andreas Hemsing, Verhandlungsführer des dbb beamtenbund und tarifunion, äußerte sich nach einer ergebnislosen ersten Gesprächsrunde durchaus energisch. Trotz der noch frühen Phase der Verhandlungen rückt ein potenzieller Warnstreik in greifbare Nähe, sollte die Arbeitgeberseite weiterhin keine konkreten Angebote unterbreiten. Hemsing betonte, dass interne strategische Überlegungen bereits im Gange seien.
Die Verhandlungen stockten frühzeitig, nachdem der dbb und Verdi sich entschieden, die Sitzung zu beenden, ohne auf eine substantielle Auseinandersetzung mit dem von der Autobahn GmbH vorgelegten Angebot einzugehen. Von der Autobahn GmbH hieß es, dieses betrübende Ergebnis sei keineswegs im Sinne des Unternehmens, welches den Dialog fortsetzen wolle. Ein Flugblatt des dbb machte dennoch Druck: Sollte es keine Bewegung seitens der Arbeitgeber geben, werde der Druck seitens der Gewerkschaften verstärkt werden.
Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von 7 Prozent bei einem Mindestbetrag von 300 Euro. Ziel sei es, die kritische Infrastruktur in Deutschland durch gut entlohnte und motivierte Mitarbeiter zu sichern. Christine Behle von Verdi hob hervor, dass die Beschäftigten seit fünf Jahren das strapazierte Autobahnsystem aufrechterhalten und daher eine Gehaltssteigerung mehr als verdient hätten.
Die Autobahn GmbH betont das Bestreben nach langfristig tragfähigen Lösungen und einem Tarifvertrag, der den Anforderungen beider Seiten gerecht wird. Kernpunkte sind ein neues Entgeltpaket und die Bestimmung der zukünftigen Tarifvertragslaufzeit, wobei das Unternehmen die exzellente Leistung seiner Beschäftigten gebührend honorieren und gleichzeitig finanzielle Rahmenbedingungen respektieren möchte. Die Verhandlungen setzen auf einen konstruktiven Dialog, um zu einem Kompromiss zu gelangen.

