Tariftreue: Regierungsvorstoß sorgt für gespaltene Meinungen
Die Diskussion um das geplante Tariftreuegesetz der Bundesregierung sorgt für hitzige Debatten zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften. Während Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger das Vorhaben als 'Tarifzwangsgesetz' kritisiert, zeigt sich die IG Metall erfreut über die Pläne, die im Koalitionsvertrag verankert sind. Das Gesetz soll sicherstellen, dass Unternehmen bei Bundesaufträgen ab 50.000 Euro ihre Beschäftigten gemäß branchenüblichen Tarifverträgen entlohnen. Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, bemängelt den staatlichen Eingriff in die Tarifautonomie und verweist auf den erhöhten Bürokratieaufwand. Er fordert eine vertrauensbasierte Wirtschaft ohne Zwang durch staatliche Vorgaben. Ähnlich kritisch äußert sich die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), die das Gesetz als kontraproduktiv für die wirtschaftliche Erholung ansieht. DIHK-Präsident Peter Adrian plädiert für eine Vereinfachung des Vergaberechts anstatt zusätzlicher Hürden für die öffentliche Hand. Dagegen steht die IG Metall, deren Vorsitzende Christiane Benner nicht nur auf die notwendige Konsequenz der Gesetzesumsetzung pocht, sondern auch auf die geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes verweist. Sie betont die Fairness und Notwendigkeit klarer Regelungen zur Vergütung derer, die an der Instandhaltung und dem Ausbau der Infrastruktur arbeiten. Weiterhin kritisiert sie die geplante Ausnahme der Bundeswehrbeschaffung vom Gesetz, was dem eigentlichen Ziel der Tariftreue nicht gerecht werde. Aus Sicht der Wirtschaft sind zusätzliche Bürokratie und damit verbundene Kosten kontraproduktiv, während die Befürworter auf die Etablierung gerechterer Wettbewerbsbedingungen und einen stärkeren Zusammenhalt der Tarifbindung abzielen. Ob der Gesetzentwurf in dieser Form verwirklicht wird, bleibt abzuwarten und könnte noch Gegenstand intensiver Verhandlungen werden.

