Syrisches Außenministerium warnt vor voreiliger Rückkehr von Flüchtlingen
Das syrische Außenministerium hat erneut um Geduld bezüglich der Rückführung von Flüchtlingen aus Deutschland gebeten. Der Direktor für konsularische Angelegenheiten, Mohammed Yaqub al-Omar, appellierte an Deutschland, die aktuelle humanitäre Lage in Syrien zu berücksichtigen und weiteren zeitlichen Spielraum für den Wiederaufbau einzuräumen. Er äußerte seine Bedenken gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus" hinsichtlich der möglichen Auswirkungen einer vorschnellen Abschiebung größerer Flüchtlingsgruppen.
Al-Omar warnte davor, dass eine Rückkehr großer Zahlen von Geflüchteten die bereits bestehende humanitäre Krise zusätzlich verschärfen könnte. Er betonte, dass viele Syrer aufgrund zerstörter Infrastruktur wie Wohnungen, Schulen und Straßen innerhalb ihres Landes geflohen seien. Insbesondere im Norden des Landes sollen derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen unter provisorischen Bedingungen in Zeltlagern leben.
Bereits in der Vergangenheit hatte der syrische Außenminister der Übergangsregierung, Asaad al-Schaibani, die gegenwärtige Lage in Syrien als unzureichend für die Rückkehr der geflüchteten Landsleute bezeichnet. Die gegenwärtige Regierung setze nun auf den Wiederaufbau, um die Rückkehr zu ermöglichen, so al-Omar. Er bedankte sich zudem für die Unterstützung Deutschlands seit Beginn des Konflikts.
Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD wurde eine vereinbarte schrittweise Rückführung von Straftätern und Gefährdern beschlossen. Die erste offizielle Abschiebung nach Syrien fand im Dezember 2025 statt, begleitet von weiteren Rückführungen.

