Symbolische Abrüstung an der koreanischen Grenze: Ein Schritt in Richtung Entspannung?
Nordkorea hat mit dem Abbau der Lautsprechersysteme an der Demarkationslinie zu Südkorea begonnen, die bisher für propagandistische Zwecke genutzt wurden. Dies bestätigte der Generalstab in Seoul der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge. Die Entscheidung erfolgt zeitnah nach dem Entschluss Südkoreas, seine eigenen Lautsprecher vollständig zu entfernen – ein symbolischer Akt zur Deeskalation der bilateralen Spannungen.
Unter dem neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung setzt sich dieser Schritt in eine längere Reihe von Maßnahmen zur Annäherung an den Norden ein. Bereits seit Mitte Juni verzichtet Südkorea auf Lautsprecherdurchsagen. Präsident Lee verfolgt das Ziel, die frostigen Beziehungen seit seiner Amtsübernahme zu verbessern.
Interessant bleibt die Frage, ob Nordkorea sich zu einem vollständigen Verzicht auf Lautsprechersysteme entschließen wird. Der Generalstab in Seoul hat versichert, die Entwicklungen weiterhin präzise im Auge zu behalten, besonders im Kontext von Nordkoreas früheren Äußerungen, die die beiden Staaten als 'feindlich' bezeichnet hatten.
Unter Lees Vorgänger Yoon Suk Yeol waren die Lautsprechersysteme nach einer sechsjährigen Pause wiederbelebt worden, als Antwort auf nordkoreanische Provokationen mittels Ballons, die mit Müll beladen in den Süden gesandt wurden.

