SUVs in Deutschland: Groß, geräumig und umstritten
In Deutschland spaltet der SUV die Gemüter: Für die einen sind sie praktische Familienfahrzeuge mit viel Platz, für die anderen klobige Gefährte, die Fußgängern und der Umwelt schaden. Dennoch boomt das Segment, und fast jedes dritte neu zugelassene Auto im aktuellen Jahr fällt in diese Kategorie. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung kann sich unter bestimmten Bedingungen sogar höhere Parkgebühren für diese Fahrzeuge vorstellen, ähnlich wie in Paris, wo diese seit einem Jahr für SUVs und andere schwere Fahrzeuge gelten.
Laut einer Umfrage von YouGov zeigen sich die Deutschen in ihrer Meinung zu SUVs gespalten: Jeweils 31 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre bewerten die Fahrzeuge positiv und negativ. Interessant dabei ist, dass insbesondere jüngere Generationen den SUVs positiver gegenüberstehen, während Boomer und ältere Generationen eher zurückhaltend sind. Eltern und Menschen mit höherem Einkommen neigen ebenfalls zur positiven Bewertung der geräumigen Fahrzeuge, mit klaren Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland.
Der SUV-Trend zeigt sich nicht nur bei konventionellen Kraftfahrzeugen, sondern auch bei Elektroautos. Fast die Hälfte der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge in Deutschland sind SUVs. Automobilhersteller wie BMW und Mercedes setzen bei der Erweiterung ihrer Elektroflotten auf SUVs, was die Popularität dieser Fahrzeugklasse beim Übergang zur Elektromobilität unterstreicht.
Was zieht Kunden zu SUVs? Die erhöhte Sitzposition und der bessere Überblick, der Platz für Familie und Gepäck sowie der Komfort werden hoch geschätzt. Im Gegensatz dazu kritisieren Gegner, dass diese Fahrzeuge in Städten zu viel Raum einnehmen, einen hohen Kraftstoffverbrauch aufweisen und teure Anschaffungskosten haben. Trotzdem sind viele Befragte offen für höhere Parkgebühren für SUVs, um deren Platzbedarf zu kompensieren.
Unklar bleibt, wie stark solche Gebühren ausfallen könnten. Während die Bürger von drastischen Erhöhungen à la Paris weniger angetan sind, befürworten viele moderate Erhöhungen, die von Stadt zu Stadt variieren könnten.

