Super Micro Computers: Absturz nach Vorwürfen und Verzögerungen
Die einst vielversprechende Aktie von Super Micro Computers hat nach alarmierenden Nachrichten schwere Verluste erlitten. Das Vertrauen der Anleger ist erschüttert, während Fragen zur Bilanzierung und Verzögerungen bei der Veröffentlichung der Jahresabschlüsse im Raum stehen.
Super Micro Computers, im März noch in den S&P 500 Index aufgenommen, ist seitdem um 64 Prozent gefallen. Der Abwärtstrend verstärkte sich in dieser Woche um beachtliche 36 Prozent, wobei am Freitag ein weiterer Rückgang von 6,5 Prozent verzeichnet wurde.
Hindenburg Research, ein bekannter Short-Seller, veröffentlichte am Dienstag eine Untersuchung, die „auffällige Bilanzierungsprobleme, nicht offengelegte Geschäfte mit nahestehenden Personen, Sanktions- und Exportkontrollversäumnisse sowie Kundenprobleme“ identifizierte. Dies führte dazu, dass das Unternehmen die Veröffentlichung seiner Jahresabschlüsse verschob.
Eine Sprecherin von Super Micro lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab, gab jedoch an, dass "zusätzliche Zeit zur Bewertung interner Kontrollen erforderlich" sei. Analysten wie Wayne Kaufman von Phoenix Financial Services sehen die Aktie vor weiteren Herausforderungen. Die Bank of America setzte ihr Rating auf Überprüfung und die CFRA stufte die Aktie nach dem Bericht von Hindenburg ab.
Trotz eines Kursverfalls, der die Aktie auf ein attraktives Bewertungsniveau bringen könnte, bleiben die Bedenken. Super Micro handelt derzeit unter dem Zwölffachen der geschätzten Gewinne und zu lediglich 0,9-fachem geschätzten Umsatz, was es zum drittgünstigsten Wert im Nasdaq 100 Index macht. Im Gegensatz dazu handelt Nvidia zu 19-fachem und Arm Holdings zu über 30-fachem geschätzten Umsatz.
Für Kaufman trägt die Verzögerung der Bilanzveröffentlichung zu seinen Bedenken bei, wie lange die Investitionen in AI-Infrastruktur auf hohem Niveau bleiben. Diese Unsicherheiten haben auch zu einem Rückgang von 6,4 Prozent bei Nvidia geführt.
Derweil suchen einige Anleger Schutz bei anderen Anbietern von AI-Servern wie Dell Technologies, das kürzlich besser als erwartete Umsätze meldete und um 3,4 Prozent zulegte. Hans Mosesmann von Rosenblatt Securities hält den Ausverkauf dennoch für übertrieben, und es gibt Stimmen, die darauf hinweisen, dass das Geschäft von Super Micro weiterhin stark sei.
Für Investoren stellt sich nun die Frage, ob dies eine Kaufgelegenheit ist oder ob das Risiko, das mit den aktuellen Unsicherheiten verbunden ist, zu hoch ist. Adam Sarhan von 50 Park Investments betont, dass Super Micro erst wieder Vertrauen gewinnen muss, während Dell eine ebenfalls kostengünstige und weniger risikobehaftete Alternative bietet.

