Südwestdeutsche Zeitungslandschaft vor Umbruch: Kartellamt gibt grünes Licht für SWMH-Aufspaltung
Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), bekannt für ihre Süddeutsche Zeitung, hat von den Wettbewerbshütern die Genehmigung für ihre geplante Aufspaltung erhalten. Damit kommt Bewegung in die süddeutsche Medienlandschaft, da die Regionalzeitungen der SWMH in Baden-Württemberg einen neuen Besitzer finden sollen. Die Neue Pressegesellschaft (NPG) plant, die Anteile zu erwerben, darunter renommierte Titel wie die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten. Insgesamt handelt es sich um gut 80 Prozent der Anteile.
Die Pläne, die Unternehmen bereits im Mai verkündet hatten, stießen beim Bundeskartellamt trotz der Genehmigung auf Kritik. Andreas Mundt, Präsident des Kartellamts, wies auf mögliche Wettbewerbsprobleme hin, bemängelte aber die begrenzten Eingriffsmöglichkeiten der Behörde nach aktueller Rechtslage.
Parallel dazu wird das Fachpublikationsgeschäft der SWMH an die Medien Union Ludwigshafen veräußert. Finanzielle Details blieben dabei unter Verschluss. Durch den Zukauf positioniert sich die NPG als dominierender Akteur auf dem baden-württembergischen Zeitungsmarkt, da sie nicht nur die Mehrheit der Stuttgarter Blätter, sondern auch Titel wie die Eßlinger Zeitung und den Schwarzwälder Boten in ihr Portfolio integriert. Zusätzlich gehören der NPG bereits zwei Titel in Brandenburg.
Im Zuge dieser Umstrukturierung fokussiert sich die SWMH stärker auf die Süddeutsche Zeitung. Der Verlagsverbund Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth bleibt im Konzern, jedoch gibt es Spekulationen über mögliche Verkaufspläne. Historisch hat die SWMH seit dem Kauf der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2007 mit disparaten Marktinteressen jongliert, was intern zu Spannungen führte.
Die Neustrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund eines von zahlreichen Titeln geprägten südwestdeutschen Medienmarkts. Über direkte Jobverluste durch den Verkauf ist noch nichts bekannt. Allerdings steht bereits fest, dass bei den SWMH-Zeitungen etwa 15 Prozent der Redaktionsstellen bis 2027 abgebaut werden - ein Rückgang um bis zu 45 Stellen von insgesamt circa 300.

