Südkorea auf Kurs: Neuwahlen im Juni als Ausweg aus der Krise
Nach Monaten politischer Unsicherheiten hat die südkoreanische Regierung den 3. Juni als Datum für Neuwahlen festgelegt. Diese Ankündigung kam von Übergangspräsident Han Duck Soo und könnte das endgültige Ende einer seit mehr als vier Monaten anhaltenden Staatskrise in Sicht bringen.
Die Unruhen begannen, als Ex-Präsident Yoon Suk Yeol Anfang Dezember überraschend das Kriegsrecht verhängte, was er mit einem eskalierenden Haushaltsstreit begründete. In einer Mischung aus politischer Dramatik und scharfen Anschuldigungen beschuldigte Yoon die Opposition, von kommunistischen Kräften infiltriert zu sein und Sympathien für Nordkorea und China zu zeigen. Beweise für diese schwerwiegenden Behauptungen konnte der konservative Politiker jedoch nicht vorlegen, was schließlich zu seiner Absetzung durch das Verfassungsgericht führte.
In den jüngsten Umfragen zeichnet sich ab, dass der linkspopulistische Lee Jae Myung, prominentes Gesicht der größten Oppositionspartei, als Favorit in das Rennen um die Präsidentschaft geht. Wer für das konservative Lager antreten wird, bleibt hingegen noch offen und verleiht den bevorstehenden Neuwahlen eine zusätzliche Prise Spannung.

