Sudan-Krieg eskaliert – Angriff auf UN-Soldaten als mögliches Kriegsverbrechen
Angriff trifft UN-Friedenstruppe in Kadugli
Ziel des Angriffs war ein Stützpunkt der UN-Friedenstruppe Unifsa in Kadugli, der Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaates Süd-Kordofan. Nach Angaben der Mission wurde die Anlage von einer Drohne attackiert. Neben den sechs Todesopfern erlitten mindestens sechs weitere Soldaten Verletzungen, vier von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Alle betroffenen Soldaten stammen aus Bangladesch.
Guterres: Angriff möglicherweise Kriegsverbrechen
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff scharf. Angriffe auf Friedenstruppen seien in keiner Form zu rechtfertigen, erklärte er und bezeichnete den Vorfall als „entsetzlich“. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Die Vereinten Nationen kündigten an, den Vorfall umfassend zu untersuchen.
Bangladesch fordert Unterstützung für Verwundete
Auch die Regierung in Bangladesch reagierte mit Entsetzen. Übergangsregierungschef Muhammad Yunus sprach von mehreren Todesopfern und weiteren Verletzten und bat die Vereinten Nationen um umfassende medizinische und logistische Unterstützung für die betroffenen Soldaten. Das Außenministerium in Dhaka verurteilte den Angriff in einer Stellungnahme aufs Schärfste.
Eskalation im anhaltenden Machtkampf im Sudan
Die Unifsa-Mission ist in der umstrittenen Region Abyei stationiert, einem Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan. Seit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 ist die Region politisch hochsensibel. Parallel dazu eskaliert seit April 2023 der Machtkampf im Sudan selbst: Die reguläre Armee unter Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan steht den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Führung von Mohamed Hamdan Daglo gegenüber. Der Konflikt hat bereits Zehntausende Menschenleben gefordert.
Gegenseitige Schuldzuweisungen nach dem Angriff
Die sudanesische Armee veröffentlichte ein Video, das Rauch und Feuer über dem angegriffenen UN-Stützpunkt zeigen soll. Die Militärregierung mit Sitz in Port Sudan machte die RSF-Miliz für den Drohnenangriff verantwortlich. Die RSF wies diese Vorwürfe zurück und sprach von haltlosen Anschuldigungen. Eine unabhängige Bestätigung der Verantwortlichkeit steht bislang aus.
Der Angriff unterstreicht einmal mehr die extreme Unsicherheit im Sudan – selbst internationale Friedenstruppen geraten zunehmend ins Visier der Gewalt.


