Subnautica: Studio Gründer zerrt Publisher Krafton vor Gericht
Die sonst so friedliche, unergründliche Tiefe des Ozeans, für die Subnautica berühmt ist, hat sich in ein brodelndes Meer aus Anschuldigungen und juristischen Drohungen verwandelt. Inmitten einer eskalierenden, öffentlichen Schlammschlacht zwischen dem Entwicklerstudio Unknown Worlds und seinem Publisher Krafton hat nun eine der prominentesten Figuren die ultimative Konsequenz gezogen: Charlie Cleveland, Mitbegründer des Studios und kreativer Kopf hinter dem Original-Hit, hat in einem dramatischen Statement auf der Social-Media-Plattform X eine Klage gegen Krafton angekündigt. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Konflikts, der die Zukunft von Subnautica 2 in einen dichten Nebel hüllt.
„Das muss richtiggestellt werden“: Der schmerzhafte Gang vor Gericht
Clevelands Worte lassen die Tiefe des Grabens zwischen den Parteien erahnen. „Wir haben nun eine Klage gegen Krafton eingereicht: Die Details sollten schlussendlich (zumindest größtenteils) öffentlich werden – ihr alle verdient die ganze Geschichte“, schreibt er. Er macht deutlich, dass dieser Schritt alles andere als leichtfertig war. „Ein multimilliarden-schweres Unternehmen auf eine schmerzhafte, öffentliche und möglicherweise langwierige Weise zu verklagen, stand definitiv nicht auf meiner Wunschliste. Aber das muss richtiggestellt werden.“ Für Cleveland geht es um sein Vermächtnis. „Subnautica war mein Lebenswerk, und ich würde es niemals freiwillig aufgeben, genauso wenig wie das fantastische Team, das sein Herzblut hineingesteckt hat.“
Der Kern des Konflikts: Lügen, Führung und die Millionen-Frage
In seinem Post demontiert Cleveland die Darstellung von Krafton Stück für Stück. Die Behauptung des Publishers, es fehle dem Projekt an einer „zentralen Führung“, sei „komplett unwahr“. Mehr noch, Cleveland enthüllt, dass Subnautica 2 bereit für einen Early-Access-Release gewesen sei. Auch die Anschuldigung bezüglich der „Earn-out“-Zahlungen – einer Erfolgsbeteiligung aus dem Verkauf des Studios – weist er vehement zurück. Die Idee, dass er und die beiden anderen Mitbegründer, Ted Gill und Max McGuire, die riesige Summe für sich behalten wollten, sei eine glatte Lüge. „Ich bin in dieser Branche, weil ich sie liebe, nicht wegen des Reichtums“, stellt er klar. „Historisch gesehen haben wir unsere Gewinne immer mit dem Team geteilt und dasselbe getan, als wir das Studio verkauft haben. Ihr könnt verdammt sicher sein, dass wir das auch mit dem Earn-out/Bonus so fortsetzen werden.“
Kraftons Gegenschlag: Eine Erzählung von Verrat und verletztem Vertrauen
Clevelands drastischer Schritt ist eine direkte Reaktion auf ein nicht minder aggressives Statement von Krafton nur wenige Stunden zuvor. Der Publisher hatte seinerseits Details aus der Übernahme des Studios im Wert von 500 Millionen US-Dollar preisgegeben. Demnach seien 250 Millionen Dollar als Earn-out-Vergütung zurückgestellt worden, wovon 90 Prozent an die drei Gründer gehen sollten. Krafton schloss mit einer verheerenden Anschuldigung: „Wir sind zutiefst enttäuscht vom Verhalten der ehemaligen Führung und fühlen vor allem ein tiefes Gefühl des Verrats durch ihr Versäumnis, das Vertrauen zu ehren, das unsere Fans in sie gesetzt haben.“ Ausgelöst wurde diese Lawine durch die ursprüngliche Nachricht des Studios Anfang der Woche, dass sich der Early Access von Subnautica 2 auf 2026 verschieben würde, um auf das Feedback aus Spieletests zu reagieren – eine Begründung, die nun in einem völlig neuen, düsteren Licht erscheint.

