Stromversorgung in Berlin wiederhergestellt: Hauptstadt erholt sich vom längsten Blackout der Nachkriegsgeschichte
Eine Woche nach dem verheerenden Stromausfall im Bezirk Steglitz-Zehlendorf in Berlin können alle betroffenen Haushalte nun wieder mit Elektrizität rechnen. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bestätigte, dass ab 11:00 Uhr schrittweise das Netz neu hochgefahren wird. Dank der Ausrufung einer Großschadenslage und der daraus resultierenden Koordination von Einsatzkräften konnten die notwendigen Arbeiten schneller voranschreiten.
Die Behörden haben die Bürger im Südwesten Berlins eindringlich gebeten, private Notstromaggregate rechtzeitig bis 10.30 Uhr abzuschalten, um eine reibungslose Wiederaufnahme der Stromversorgung sicherzustellen. Elektrowerkzeuge und Maschinen sollten vorübergehend vom Netz genommen werden, da es während der Phase der Wiederanschaltung zu kurzen Energieunterbrechungen kommen kann. Über verschiedene Warnapps wurden diese Hinweise ebenfalls verbreitet.
Etwa 100.000 Menschen fanden sich nach einem Brandanschlag durch mutmaßlich linksextremistische Gruppierungen zunächst ohne Strom wieder. Zwischenzeitlich konnten 45.000 Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden, sodass zuletzt 19.900 Haushalte weiter im Dunkeln blieben. Die Herausforderung, diesen komplexen Fall von Sabotage zu beheben, führte dazu, dass dies der längste Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg war.
Die Stadt Berlin hatte zur Bewältigung der Krise die Großschadenslage ausgerufen, was die Unterstützung durch den Bund erleichtert hat, darunter auch durch die Bundeswehr, die mit der Betankung von Notstromaggregaten und Versorgung der Bevölkerung mithalf. Bereits ab Montag konnten zahlreiche Supermärkte und Handynetzanbieter ihren Betrieb teilweise wieder aufnehmen.
Die Ermittlungen zu den mutmaßlichen Tätern laufen weiter, mit keinem klaren Ergebnis bisher. Die Polizei untersucht das Bekennerschreiben einer als "Vulkangruppen" bekannten Gruppierung, die in der Vergangenheit bereits ähnliche Anschläge verübt haben soll. Medien berichten von einem zweiten Schreiben, jedoch wurde dieses bislang von offizieller Seite nicht bestätigt.
Die Bundesanwaltschaft sieht den Vorwurf der verfassungsfeindlichen Sabotage und der Störung öffentlicher Betriebe gegeben und hat die Ermittlungen übernommen. Der Anschlag wird von politischen Führern, darunter Wegner und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD), als Terrorakt klassifiziert, bei dem die Täter absichtlich in Kauf nahmen, Menschen zu schädigen.

