Stromanschlag in Berlin: Ermittlungen und Spekulationen in den Medien
Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat nicht nur zahlreiche Haushalte betroffen, sondern auch die Medienlandschaft in Aufruhr versetzt. Während die Ermittlungen noch laufen, kursieren bereits Berichte über ein zweites Bekennerschreiben der vermeintlichen Täter. Eine Bestätigung seitens der Ermittler steht jedoch noch aus. Das in den Berichten zitierte Schreiben wendet sich vehement gegen Spekulationen, dass ausländische Akteure involviert seien. So wird die Vermutung als 'Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren' beschrieben.
Besonders im Fokus steht die ablehnende Haltung gegenüber der These einer ausländischen Einflussnahme. Die Verfasser machen deutlich, dass lokale Akteure durchaus in der Lage seien, Infrastruktur zu attackieren. Diese Perspektive kritisiert das bisherige Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden als unzureichend. Die Beweggründe der Gruppe erscheinen weder neu noch im Verborgenen: Das Bekennerschreiben verweist auf die Ignoranz gegenüber innergesellschaftlichen Konflikten und hebt hervor, dass die Sabotage nicht gegen Individuen, sondern gegen eine umweltzerstörende Infrastruktur gerichtet sei.
Die Auswirkungen des mutmaßlich linksextremistischen Anschlags waren erheblich: Im Südwesten Berlins wurden am Samstagmorgen 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Untersuchungen aufgenommen und ermittelt wegen Verdachts auf verfassungsfeindliche Sabotage und andere schwerwiegende Delikte.
Die sogenannte 'Vulkangruppe', eine seit 2011 bekannte linksextremistische Vereinigung, hatte bereits in einem ersten Bekennerschreiben die Verantwortung übernommen. Aufgrund diverser Spekulationen im Internet, dass Russland oder dessen Geheimdienste involviert seien, bekräftigte Berlins Polizei-Vizepräsident Marco Langner jedoch, dass es keine Hinweise auf eine solche ausländische Urheberschaft gebe. In Zusammenarbeit mit dem BKA deute alles auf die Vulkangruppe hin, was das Bekennerschreiben als authentisch erscheinen lasse.

