Verfassungsfeindlicher Akt in Berlin: Zweites Bekennerschreiben aufgetaucht
In Berlin ist das Aufsehen groß, nachdem auf das örtliche Stromnetz ein mutmaßlich linksextremistisch motivierter Brandanschlag verübt wurde und nun ein zweites Bekennerschreiben veröffentlicht wurde. Der Verfassungsschutz stufte dieses als authentisch ein, wenngleich die Ermittler bisher keine offizielle Bestätigung dafür bereitgestellt haben. Während einige Spekulationen auf eine vermeintliche Beteiligung russischer Akteure hinwiesen, lehnt das Schreiben der mutmaßlichen Täter diese Vermutungen kategorisch ab. Berichtet haben darüber unter anderem der ‚Tagesspiegel‘, die ‚Bild‘ und der rbb.
Im Schreiben wird die Vorstellung, es handle sich um eine "False-Flag-Aktion", als ein Versuch beschrieben, die eigene Unzulänglichkeit zu kaschieren. Es wird betont, dass Angriffe auf die Infrastruktur durch ortsansässige Akteure nicht in das bestehende Sicherheitsnarrativ der Behörden passen. Die Verfasser verdeutlichen ihre Beweggründe als weder neu noch verborgen, und lehnen die Idee ab, dass hinter jeder Sabotage ein ausländischer Geheimdienst stecken müsse.
Nach dem Anschlag waren in Berlins Südwesten 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe untersucht nun den Vorfall unter dem Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage. Diese Tat wurde von einer der sogenannten ‚Vulkangruppen‘ in einem früheren Bekennerschreiben beansprucht. Diese Gruppen, die seit Jahren für Brandanschläge bekannt sind, haben auch in diesem Fall deutlich auf ihre Urheberschaft hingewiesen.
Spekulationen über russische Beteiligung wurden von Berlins Polizeivizepräsident Marco Langner als unbegründet zurückgewiesen: „Es gibt bislang keinerlei Hinweise darauf.“ Für den Verfassungsschutz stehen die ‚Vulkangruppen‘ exemplarisch für die Tendenzen des militanten Anarchismus in Deutschland. Diese seien keine zentral organisierte Gruppierung, sondern ein loses Netzwerk mit dem Ziel, die Funktionsweise des kapitalistischen Systems durch gezielte Angriffe zu stören.

