Streit um Datenschutz: Tiktok erneut im Visier niederländischer Klage
Eine bemerkenswerte Initiative im Bereich des Verbraucherschutzes ist im Gange, da die niederländische Stiftung Stichting Onderzoek Marktinformatie (Somi) rechtliche Schritte gegen die populäre Videoplattform Tiktok eingeleitet hat. Der Vorwurf: Unerlaubtes Sammeln und Verarbeiten höchst persönlicher Daten, gepaart mit der Erstellung umfassender Verhaltens- und Persönlichkeitsprofile für kommerzielle Zwecke. Die Klage wurde beim Kammergericht Berlin eingereicht und bietet Verbrauchern in Deutschland die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand anzuschließen.
Diese rechtliche Auseinandersetzung folgt einer ähnlichen Klage, die Somi im Mai gegen die Plattform X von Elon Musk eingereicht hatte. Interessanterweise richtet sich der Vorwurf in beiden Fällen gegen die unzureichende Transparenz und den datenintensiven Ansatz der Plattformen. Eine Stellungnahme von Tiktok zu den Vorwürfen steht derzeit noch aus.
Teil der Klage ist die Forderung nach Schadensersatz, gestaffelt nach dem Alter der betroffenen Nutzer zum Zeitpunkt der Anmeldung bei Tiktok. Für Minderjährige unter 16 Jahren wird ein Anspruch auf 2000 Euro geltend gemacht, für junge Erwachsene bis 21 Jahre 1000 Euro und für Nutzer über 21 Jahre 500 Euro.
Verbraucher, die sich an der Sammelklage beteiligen wollen, können sich in das Klageregister des Bundesamts für Justiz eintragen. Ein entsprechendes Formular soll in Kürze online verfügbar sein, da erwartet wird, dass die Klage in den nächsten Tagen auf der Internetseite des Bundesamts bekannt gemacht wird. Eine Anmeldung ist bis drei Wochen nach dem Ende der mündlichen Verhandlung möglich.

