Streiks am Frankfurter Flughafen: Luftige Turbulenzen für Passagiere

Die Aktivität am größten deutschen Flughafen in Frankfurt wurde erheblich durch den Streik des Lufthansa-Personals beeinträchtigt, was zu Ausfällen zahlreicher Flüge führte. Der Streik der Lufthansa-Crews brachte fast sämtliche Verbindungen zum Erliegen und hinterließ lange Schlangen von gestrandeten Passagieren an den Umbuchungsschaltern.
Ein Passagier auf dem Weg von Houston mit Reiseziel Sevilla äußerte Verzweiflung, da er sein Gepäck verloren hatte und dringend zur Hochzeit einer nahestehenden Person wollte. In seiner Not hofft er, zumindest nach Madrid reisen zu können, um rechtzeitig am Zielort zu erscheinen.
Ein Fernreisender aus Addis Abeba, der in Frankfurt landete und nach Norwegen reisen wollte, zeigte sich sichtlich genervt. Seine Weiterreise ist frühestens am nächsten Tag möglich. Er beklagte mangelnden Service seitens der Lufthansa, kritisierte den Streik als internes Problem der Airline und forderte eine Lösung, da er dringend zum nächsten Arbeitstag erscheinen muss.
Trotz des umfassenden Ausfalls hatten einige Passagiere Glück. Eine junge Frau auf dem Weg nach New York und zwei Frauen mit Venedig als Ziel konnten ihre Reisen wie geplant fortsetzen. Diese Erleichterung war echter Balsam für die Nerven, nachdem sie bereits einen Streik dieser Art erlebt hatten.
Seit Mitternacht wurden rund 4.800 Lufthansa-Piloten und knapp 20.000 Beschäftigte durch die Gewerkschaften zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Harry Jaeger von der Kabinengewerkschaft Ufo betonte die hohe Bereitschaft zum Arbeitskampf und wies darauf hin, dass Lufthansa auf Managementpersonal zurückgreift, um einzelne Flüge durchzuführen. Erste Indikationen der Vereinigung Cockpit, der Pilotenvertretung, deuten auf eine starke Beteiligung hin, und es könnten weitere Streiks folgen.
Insgesamt wurden mehrere Hundert Starts und Landungen gestrichen, genaue Zahlen wurden bislang aber nicht veröffentlicht. Viele Flugverbindungen innerhalb Europas und in Überseeregionen blieben dennoch bestehen. Der Flughafenverband ADV schätzt jedoch, dass deutschlandweit über 460 Flüge und 69.000 Passagiere vom Streik betroffen sind. Fluggäste wurden gebeten, sich über ihre Smartphones über weitere Details zu informieren.

